Antenne 4: KommAustria sieht "Bemühen" gegen drohenden Lizenzentzug

10. Oktober 2002, 12:53
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Entscheidung in rund drei Wochen möglich

Auf dem Prüfstand der Medienbehörde KommAustria ist das burgenländische Privatradio Antenne 4, das seit einiger Zeit das Mantelprogramm des Krone-Radioprojekts Hit FM übernimmt, bei einer mündlichen Verhandlung am Mittwoch gestanden. Behördenleiter Hans-Peter Lehofer sagte am Donnerstag, "das Bemühen" der Radioführung, dem drohenden Lizenzentzug etwas entgegenzusetzen, sei "erkennbar".

Knackpunkt "angemessene" Berücksichtigung von Volksgruppensprachen

Das Privatradio war ins Visier der Behörde geraten, da der in der Zulassung vorgeschriebene Anteil an Volksgruppensprachen nicht erfüllt worden sei. Die Geschäftsführung des Senders habe nun auf Lokalschlagzeilen in den Volksgruppensprachen sowie auf eine zweisprachig moderierte Abendschiene von 20 bis 22 Uhr verwiesen, berichtete Lehofer.

"Der kritische Punkt ist, ob das ausreicht. Das haben wir jetzt zu entscheiden", sagte er. Laut Zulassung muss ein "angemessener" Anteil des Programms in den Volksgruppensprachen zu hören sein. In rund drei Wochen könnte die KommAustria entschieden haben, so Lehofers Einschätzung. Gegen einen etwaigen Bescheid könnte der Sender beim Bundeskommunikationssenat Berufung einlegen. Michael Freismuth, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Senders, wollte am Donnerstag unter Hinweis auf das schwebende Verfahren keinen Kommentar abgeben.

Vertagt hat die Behörde einen weiteren Verfahrenspunkt: Alle Privatradiosender sind gesetzlich verpflichtet, Aufzeichnungen ihres Programmes zu erstellen und für eine gewisse Zeit aufzubewahren. Antenne 4 wurde in diesem Punkt Säumigkeit vorgeworfen. Nun seien Aufzeichnungen vorgelegt worden, die allerdings bei einer weiteren Verhandlung näher geprüft werden sollen, erklärte Lehofer. (APA)

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