Protestwelle in Italien

10. Oktober 2002, 12:13
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Demonstranten blockierten Autobahn in Richtung Schweiz - Protestkundgebungen in ganz Italien

Rom - Die Fiat-Belegschaft hat am Donnerstag mit einer landesweiten Protestwelle auf den angekündigten Abbau von 8.100 Arbeitsplätzen reagiert. Die massivsten Demonstrationen betrafen die Werke von Arese bei Mailand und Termini Imerese bei Palermo, die im Rahmen der tiefgreifenden Umstrukturierungsaktion gesperrt werden sollen. Mehrere Hunderte Demonstranten blockierten die Autobahn A9, die Mailand mit der Schweiz verbindet. Dabei kam es zu erheblichen Verkehrsproblemen.

"Wir werden um die Rettung unseres Arbeitsplatzes kämpfen", betonten die Demonstranten vor den Werken von Arese. In Termini Imerese entschloss sich der Bürgermeister der Kleinstadt, die mit 1.600 Kündigungen belastet wird, zu einem Hungerstreik. Das Stadtoberhaupt, Luigi Purpi, bekundete, dass er so lange hungern werde, bis er Garantien über die Zukunft der Arbeitnehmer in seiner Stadt erhalten werde. Die sizilianischen Bischöfe appellierten in einem Brief an Staatschef Carlo Azeglio Ciampi gegen die Sperrung des Fiat-Werks, das für die Beschäftigung in der wirtschaftlich rückständigen Insel bedeutend ist.

In diesem gespannten Klima lud die Regierung die Sozialpartner zu einem Treffen ein, bei dem nächste Woche über den Umstrukturierungsplan von Fiat diskutiert werden soll. Für die Regierung bedeuten die sozialen Maßnahmen zum Schutz des von der Arbeitslosigkeit bedrohten Fiat-Personals Ausgaben in Höhe von 100 Mill. Euro pro Jahr.(APA)

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Fiat

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    foto:epa/lannino
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