Feldzug gegen Sex im Fernsehen

10. Oktober 2002, 11:53
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Frankreichs Medienaufsicht macht ernst

Pornografische Filme sollen aus dem französischen Fernsehen verbannt werden. Dies hat der Präsident der französischen Medienaufsichtsbehörde CSA (Conseil superieur de l'audiovisuel), Dominique Baudis, von der Regierung gefordert. Baudis schlägt eine Erweiterung der bestehenden Gesetzgebung vor, berichtete die Pariser Zeitung "Liberation" am Donnerstag. Danach soll der Staat darüber wachen, dass keine Porno-Szenen im Fernsehen ausgestrahlt werden.

"Fernsehen ohne Grenzen"

Eine solche Verpflichtung steht schon seit 1989 in der EU-Vorgabe "Fernsehen ohne Grenzen", die grundsätzlich für alle Mitgliedsländer gilt. Weil es aber noch keine einheitliche europäische Definition von Pornografie gibt, wurde Frankreich bisher noch nicht dafür verurteilt, diese Filme im Fernsehen zuzulassen. Deshalb will die Behörde jetzt ein klares Verbot in der Gesetzgebung.

Deutschland beispielsweise macht in seiner Rechtsprechung den Unterschied zwischen Pornos und Sexfilmen, was praktisch zu einem rigorosen Verbot von so genannten "Hardcore-Pornos" im Fernsehen führt, "softere" Filme zu nächtlicher Stunde dagegen zulässt.  (APA/dpa)

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