Die Nasenspitze der Griechin

    28. September 2002, 12:31
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    Die Route auf den Erlakogel ist steil und schweißtreibend, aber ungefährlich und aussichtsreich

    Vom nördlichen Teil des Traunsees und dessen Uferzone nimmt sich die Silhouette des Erlakogel und seiner Umgebung wie das Profil des Kopfes einer liegenden Frau aus, weshalb die Höhengruppe oft als "schlafende Griechin" bezeichnet wird. Der Erlakogel als höchster Punkt bildet die Nasenspitze, und man sieht es dem Berg schon vom Tal aus an, dass er eine umfassende Aussicht bietet, die jener des berühmteren und wesentlich häufiger bestiegenen Traunstein um nichts nachsteht.

    Und tatsächlich erfüllt die Nase der "Griechin" alle Erwartungen, denn der Blick reicht vom niederösterreichischen Ötscher bis zum Gletscher des Dachstein und zum Hochkönig. Damit man die meisten der umliegenden Gipfel richtig erkennt, gibt es auf dem Erlakogel eine Visierscheibe – errichtet von W. Wonschina aus Ebensee -, mit der man 40 der markanten Erhebungen anpeilen kann. Die Beschreibung befindet sich, wasserdicht verpackt, in einer Blechtasche am Stativ. Das Panorama bilden unter anderen auch Großer Priel, Spitzmauer, Bischofsmütze, Osterhorngruppe, Höllengebirge (mit Höll- und Brunnkogel). Den malerischen Traunsee überblickt man in seiner vollen Länge, über das Alpenvorland hinweg sieht man ins Innviertel. Seit 1987 ziert auch ein beachtliches Gipfelkreuz den höchsten Punkt.

    Die Nase der "Griechin" erweist sich als Traumberg, dessen Besteigung aber einigen Schweiß kostet. Im Gegensatz zum Traunstein ist der Aufstieg zum Gipfel des Erlakogel nicht gefährlich, der schmale Steig jedoch hat nur wenig flache Abschnitte zum Verschnaufen. Die meiste Zeit geht es steil zur Höhe. Da man auf derselben Route zurück muss, braucht man schon eine einigermaßen gute Kondition. Der Aufenthalt auf dem höchsten Punkt lohnt die Mühen dieser Tour, die auch im Sommer keine bewirtschaftete Hütte für eine Rast bietet.

    Die Route

    In Rindbach bei Ebensee (Parkplatz am Ufer des Traunsees) beginnt die rote Markierung (Nr. 421), auf der man zügig zur Höhe gelangt. Auf der Spitzelsteinalm hat man das erste Mal Sicht zum Dachstein. Der letzte Abschnitt zum Gipfel führt über felsiges Terrain und verlangt Trittsicherheit. Gehzeit ab Rundbach 3 bis 3½ Stunden. Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, für den Abstieg braucht man etwa 2 bis 2½ Stunden.

    Gesamtgehzeit 5 bis 6 Stunden, Höhenunterschied über 1100 m. Kein Stützpunkt an der Route, Quelle auf der Spitzelsteinalm. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 66 (Gmunden) (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

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