Palästinensisches Kind bei Einmarsch der Armee in Rafah getötet

10. Oktober 2002, 08:54
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70 palästinensische Terror-Verdächtige im Westjordanland festgenommen

Gaza/Jerusalem - Beim Einmarsch der israelischen Armee im palästinensischen Flüchtlingslager Rafah im Süden des Gazastreifens ist am Donnerstag ein zwölfjähriges Kind getötet worden. Es wurde nach Krankenhausangaben von Schüssen am Kopf getroffen. Vier weitere Palästinenser wurden demnach verletzt ins Krankenhaus gebracht, darunter ein Kind. Augenzeugen zufolge zerstörte die Armee drei Häuser. Ein Hubschrauber habe Raketen abgefeuert, dabei sei niemand verletzt worden.

In der Nacht waren israelische Soldaten mit mehr als 20 Panzern eingerückt, wie Augenzeugen berichteten. Bereits am Mittwoch hatten Soldaten nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche getötet und 20 weitere Palästinenser zum Teil schwer verletzt. 70 Festnahmen

Bei einer groß angelegten Razzia hat die israelische Armee in der Nacht zum Donnerstag im Westjordanland mehr als 70 palästinensische Terror-Verdächtige festgenommen. Der Schwerpunkt lag in Ramallah, wo "55 gesuchte Terroristen" verhaftet wurden, teilte die Armee mit. Ziel der Aktion sei es gewesen, die terroristische Infrastruktur zu zerstören, insbesondere die der islamischen Hamas. In den übrigen Regionen des Westjordanlands gab es 19 weitere Festnahmen.

Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Armee entdeckte in einer Ortschaft einen 15 Kilogramm schweren Sprengsatz und brachte ihn kontrolliert zur Explosion.(APA/AP)

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