Koalitionsverhandlungen in Marokko laufen

10. Oktober 2002, 14:10
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Driss Jettou - bisheriger Innenminister und enger Vertrauter des Königs - soll Regierung unter Einschluss aller größeren Parteien bilden

Rabat - Zwei Wochen nach den Parlamentswahlen in Marokko hat König Mohammed VI. den bisherigen Innenminister Driss Jettou zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Dies meldete am Mittwoch die amtliche Nachrichtenagentur MAP. Jettou gilt als Technokrat und enger Vertrauter des Monarchen. Es wird damit gerechnet, dass er eine Regierung unter Einschluss aller größeren Parteien bildet.

Gemäßigten Islamisten konnten ihre Mandate verdreifachen

Aus den Wahlen vom 27. September waren die regierenden Sozialisten (USFP) des bisherigen Regierungschefs Abderrahman Youssoufi knapp als stärkste Partei hervorgegangen. Sie erhielten 50 der insgesamt 325 Sitze, 7 weniger als 1997. Die als gemäßigt geltende islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) konnte die Zahl ihrer Mandate verdreifachen und kam auf 42 Sitze. Sie stieg damit zur drittstärksten Kraft in dem nordafrikanischen Land auf.

Nationalistische Istiqlal-Partei auf Platz Zwei

Den zweiten Platz eroberte sich die nationalistische Istiqlal-Partei, die 16 Sitze hinzugewann und auf 48 Mandate kam. Insgesamt sind im Parlament 22 Parteien vertreten. Unter den Abgeordneten sind auch 35 Frauen. Davon kamen 30 über eine erstmals eingeführte Quotenregelung ins Parlament. (APA/dpa)

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    Driss Jettou ist neuer Premier

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