Auf die Straße - Von Rau

9. Oktober 2002, 19:11
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Die humanitären Organisationen wie Caritas, Volkshilfe usw. suchen Dutzende Unterbringungsplätze für Asylbewerber, die im Zuge der Aktion "Vor der Wahl is nix mit liberal" von Innenminister Ernst Strasser auf die Straße geschmissen, pardon, "aus der Bundesbetreuung entlassen" wurden. Dafür sind sie ja da, die humanitären Organisationen. Der Staat kann sich auch nicht um alles kümmern, er hat ja nicht einmal genügend große Vorlesungssäle für Studenten der Wirtschaftsuni und muss in Kinosäle ausweichen.

Dieser Staat beansprucht zwar inzwischen 52 Prozent der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung und knöpft uns fast 47 Prozent an Steuern und Abgaben ab - aber das wird sicher für wichtige und richtige Dinge ausgegeben und da bleibt für ein paar Dutzend oder auch ein paar Hundert Asylanten nichts übrig. Noch dazu sind die meisten keine echten Asylanten, sondern "Wirtschaftsflüchtlinge". Also auf die Straße mit ihnen, oder, wenn sie Glück haben, per Flugzeug zurück in den Kosovo.

So bleibt der Asylant auf das Mitleid von Privatpersonen angewiesen, denen es dann auch obliegt, die Ehre Österreichs, eines der zehn reichsten Länder der Welt, zu retten. (DER STANDARD, Printausgabe, 10.10.2002)

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