Blair will Interessen Russlands wahren

10. Oktober 2002, 17:26
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Irak-Resolution sei auch für Putin von Vorteil, meint der britische Premier

Moskau - Der britische Premierminister Tony Blair ist am Donnerstag zu Irak-Gesprächen in der russischen Hauptstadt Moskau eingetroffen. Das meldete die Agentur Interfax. Blair wurde von Präsident Wladimir Putin in dessen Residenz bei Moskau erwartet.

Unmittelbar vor seiner Abreise nach Moskau versprach Blair seinem russischen Kollegen versprochen, eine neue scharfe Irak-Resolution werde den Interessen Russlands nicht schaden. In einem Interview mit dem britischen Rundfunk BBC sagte Blair, es gebe auch wirtschaftliche Bedenken im traditionell mit dem Irak eng verbundenen Russland gegen die von Washington und London gewünschte neue Irak-Resolution.

Keine monetären Interessen

Er bestritt aber, dass es bei seinem für Donnerstag geplanten Moskaubesuch darum gehe, die Zustimmung Russlands zu erkaufen. "Natürlich gibt es Interessen, die Russland in dieser Frage hat. Aber ich glaube nicht, dass es hier um Preisschilder geht." Blair bekräftigte seine Ansicht, eine neue Resolution und Gewaltandrohung seien nötig, um den UNO-Waffeninspekteuren eine ungehinderte Arbeit zu ermöglichen. "Es geht darum, dass wir dies so machen, dass die Welt dadurch sicherer wird. Dass der Irak sich entwickeln kann und dass die Interessen aller, Russland eingeschlossen, berücksichtigt werden."

Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft ausdrücken

"Natürlich gibt es Bedenken wirtschaftlicher und finanzieller Art, aber ich glaube, dass Russlands Hauptsorge ist, dass das, was passiert, mit der größtmöglichen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft geschieht. Und das ist auch unser Anliegen", sagte Blair. Zur britisch-amerikanischen Forderung nach einer neuen Resolution sagte Blair: "Als die Inspektoren in der Vergangenheit in den Irak gingen, da durften sie ihre Arbeit nicht ordentlich machen und wurden de facto ausgewiesen. Deshalb braucht man eine neue Resolution. Es geht darum, die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft auszudrücken und sicherzustellen, dass die neuen Inspektions- und Beobachtungsregeln nicht die alten Fehler haben." (APA/dpa)

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