Urteilsverschärfung zur "Hetzjagd von Guben"

9. Oktober 2002, 18:06
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Bundesgerichtshof lässt Strafmaß unverändert

Leipzig - Im Revisionsverfahren um die tödliche Hetzjagd auf einen jungen Algerier im brandenburgischen Guben hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einigen Fällen die Urteile verschärft. Der 5. Strafsenat in Leipzig verurteilte mehrere der Angeklagten am Mittwoch wegen versuchter Körperverletzung mit Todesfolge. Das Landgericht Cottbus hatte dagegen im November 2000 nur auf fahrlässiger Tötung beziehungsweise gefährliche Körperverletzung befunden. Die Strafmaße von bis zu drei Jahren Haft ließ der BGH aber unverändert. Mit dem Urteil folgten die Richter zum Teil den Anträgen der Nebenklage. Die Revision einiger Angeklagter wurde dagegen zurückgewiesen.

Algerier verblutete innerhalb weniger Minuten

Das Landgericht Cottbus hatte wegen der Hetzjagd im Februar 1999 insgesamt elf Rechtsradikale zu bis zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen die Schuldsprüche hatten acht Angeklagte sowie zwei Nebenkläger Revision eingelegt. Ein Teil der Angeklagten machte unter anderem geltend, dass ihnen der Tod des Opfers nicht zuzurechnen sei. Der damals 28-jährige algerische Asylbewerber Omar Ben Noui hatte auf der Flucht vor der Skinheadbande in Panik eine Haustürscheibe eingetreten. Dabei zog er sich eine schwere Schnittverletzung an der Knieschlagader zu und verblutete binnen weniger Minuten. (APA)

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