Petritsch betont sein Auftreten gegen EU-Sanktionen

9. Oktober 2002, 18:09
11 Postings

SP-Spitzenkandidat weist Ferrero-Waldner-Kritik entschieden zurück

Wien - Der Wiener SP-Spitzenkandidat Wolfgang Petritsch hat am Mittwoch die Kritik von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner zurückgewiesen. Die Außenministerin hatte ihm in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" vorgeworfen, dass er in Sachen EU-Sanktionen "erstaunlich ruhig" gewesen sei und eine diesbezügliche Weisung des Außenamtes nicht befolgt habe. "Das geht an den Tatsachen vorbei", betonte Petrisch.

"Glatter Bruch aller internationalen Usancen"

Eine Weisung von Ferrero-Waldner hätte er gar nicht annehmen können, weil er damals nicht als österreichischer Beamter sondern als Hoher Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina im Einsatz gewesen sei. "Wer international tätig ist, kann Weisungen keines Landes umsetzen. Das wäre ein glatter Bruch aller internationalen Usancen", unterstrich Petritsch. "Es ist mir völlig unverständlich, wie sie zu dieser Aussage kommt."

Für Österreich Partei ergriffen

Im Übrigen habe er die Sanktionen damals - ebenso wie heute - öffentlich abgelehnt und in zahlreichen internationalen Kontakten, etwa gegenüber dem damaligen britischen Außenminister Robin Cook, für die österreichische Seite Partei ergriffen. Allerdings: "Im Unterschied zur Frau Außenministerin habe ich differenziert, indem ich Herrn Haider nicht verteidigt habe, der sich selbst und die FPÖ aus jeder europäischen Option herausgenommen hat." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Spitzenkandidat der Wiener SP fuer die kommende Nationalratswahl, Wolfgang Petritsch.

Share if you care.