Sinn-Fein gegen Auflösung der nordirischen Regierung

9. Oktober 2002, 19:43
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Adams sieht "keine Grundlage für Aufhebung der politischen Institutionen" gegeben - Mit Kommentar

London - Nach der neuen Rücktrittsdrohung des nordirischen Regierungschefs David Trimble hat sich der Chef der katholischen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, gegen eine Auflösung der Koalitionsregierung ausgesprochen. "Es gibt keine Grundlage für die Aufhebung der politischen Institutionen", sagte Adams in Belfast. Der Protestant Trimble hatte den britischen Premierminister Tony Blair ultimativ zum Ausschluss der Sinn Fein aus der Regierung innerhalb einer Woche aufgefordert. Blair sagte, er sei "absolut entschlossen", einen Ausweg aus der Krise zu finden.

Mehrfache Rücktrittsdrohung Trimbles

Trimble hatte bereits mehrfach mit seinem Rücktritt gedroht. Angesichts der aktuellen Regierungskrise gilt es als denkbar, dass die Provinz zur Lösung der Probleme wieder unter britische Direktverwaltung gestellt wird. Blair wollte am Mittwochabend mit dem irischen Regierungschef Bertie Ahern zusammentreffen. Für Donnerstag ist ein Gespräch mit Adams geplant. Der britische Nordirland-Minister John Reid betonte, eine Entscheidung werde erst getroffen, wenn Blair sich mit allen betroffenen Parteien beraten habe.

Neuerliche Krise durch Festnahmen von Sinn-Fein-Parteimitgliedern

Die neue Regierungskrise wurde durch die Festnahme mehrerer Mitglieder der Sinn-Fein-Partei ausgelöst, die der katholischen Untergrund-Organisation IRA nahesteht. Zwei von ihnen, darunter der Parlamentssekretär Denis Donaldson, sollen sich im britischen Northern Ireland Office vertrauliche Geheimdienstunterlagen besorgt haben.(APA)

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