Koichi Tanaka - "Selbst für japanische Verhältnisse ein Arbeitstier"

10. Oktober 2002, 13:06
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Für Aufsehen in der Fachwelt sorgte er bereits 1987 mit einer neuen Analysemethode

Hamburg/Duisburg - Der Japaner Koichi Tanaka wird von Kollegen vor allem wegen seiner Gründlichkeit und seiner strukturierten Arbeitsweise geschätzt: "Er ist selbst für japanische Verhältnisse ein Arbeitstier", charakterisiert ihn der Chemiker Martin Resch, der wie Tanaka für den japanischen Laborgeräte-Hersteller Shimadzu arbeitet.

Tanakas Hobby ist Resch zufolge wissenschaftliche Literatur, die er archiviert, in Datenbanken verwaltet und auch seinen Kollegen zugänglich macht. Sein Interesse reicht dabei von Medizin und Biologie bis zu Chemie und Physik. Diese Eigenschaften haben es dem 43-Jährigen auch möglich gemacht, sich als Ingenieur unter Chemikern Respekt zu verschaffen, sagt Resch, der Tanaka während eines gemeinsamen Arbeitsaufenthaltes bei einer Shimadzu-Tochtergesellschaft in Manchester 1992 kennen gelernt hat.

Für Aufsehen in der Fachwelt sorgte er 1987, als er auf einem Symposium eine von ihm neu entwickelte Analysemethode vorstellte. Dabei werden Eiweißmoleküle durch einen Laserstrahl elektrisch aufgeladen, um sie frei schweben zu lassen und zu analysieren. Durch diese als weiche Laserdesorption (soft laser desorption) bezeichnete Methode wurde es möglich, auch biologische Makromoleküle in einem Massenspektrometer zu untersuchen. Dafür hat Koichi Tanaka nun den Nobelpreis erhalten.

Heute lebt Tanaka, der verheiratet ist, wieder in Japan und arbeitet am Hauptsitz von Shimadzu in Kyoto als Forschungs- und Entwicklungsingenieur. Gelegentlich scheint aber auch Vielarbeiter Koichi Tanaka Interessen abseits der Wissenschaft zu haben: "Wir haben ihm mal ein Trikot von Manchester United geschenkt", sagt Martin Resch. "Da hat er sich sehr gefreut." (APA/dpa)

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    Koichi Tanaka

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