Rasmussen weist türkische Kritik an EU-Bericht zurück

9. Oktober 2002, 15:36
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Amtierender EU-Ratspräsident: "Unverständlich"

Kopenhagen - Der dänische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratspräsident Anders Fogh Rasmussen hat die Kritik aus der Türkei am erneuten Aufschub direkter Beitrittsverhandlungen mit der EU als "unverständlich" zurückgewiesen. Rasmussen sagte am Mittwoch in Kopenhagen: "Ich finde, dass es keinen echten Grund für die türkische Kritik gibt. Wir haben sehr kräftig unterstrichen, dass wir die in der Türkei durchgeführten Reformen sehr hoch bewerten."

Gleichzeitig seien die EU-Gremien aber auch der Auffassung, dass es dem Land "noch an vielem fehlt", ehe die Türkei die politischen Anforderungen erfülle, um ein Datum für den Beginn von Aufnahmeverhandlungen zu bekommen. "Für mich ist dabei die Trennung von Staat und Religion von entscheidender Bedeutung", erklärte der Kopenhagener Regierungschef weiter.

Noch vor der Veröffentlichung der EU-Berichte durch die Brüsseler EU-Kommission zu den Fortschritten der Beitrittskandidaten hatte die Türkei ihre "Beunruhigung" über im Voraus bekannt gewordene Punkte zum Ausdruck gebracht. Die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete am Dienstag, Ankara sei beunruhigt über die Einschätzung, dass die Folter in der Türkei angeblich immer noch weit verbreitet sei und beschlossene Reformen nur unzureichend umgesetzt würden. (APA)

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