Richard Lugner feiert vor der Kamera

10. Oktober 2002, 07:59
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Wie es sich gehört feiert der "König der Seitenblicke seinen 70 Geburtstag vor der Kamera...

Wien - Es soll ja einmal eine Zeit gegeben haben, da Richard Lugner nie im Fernsehen zu sehen war. Seit mehr als 25 Jahren ist der findige Baumeister mit Hang zu unfreiwilligen Skurrilitäten jedenfalls aus der österreichischen - und inzwischen auch internationalen - Gesellschafts-Berichterstattung nicht mehr wegzudenken. Am Freitag begeht "Mörtel" - kameragerecht - seinen 70 Geburtstag.

PR-Spezialisten hat Lugner - außer zu seiner Zeit als Wahlkämpfer - kaum zu Rate gezogen. "Ich mache das aus dem Bauch heraus", erklärte der Baumeister. Dieser dürfte ihn bisher kaum getäuscht haben: Der Name Lugner hat mittlerweile in Österreich einen Bekanntheitsgrad weit über 90 Prozent.

Die vielen Medienberichte haben wohl auch damit zu tun, dass Lugner mitunter gehörig ins Fettnäpfchen tritt. "Ich bin manchmal ein wenig patschert", räumte "Mörtel" im APA-Gespräch ein. Für Auftritte, wie jüngst jene, wo er einen Sex-Shop inspizierte oder sich vor laufenden Kameras einen Ehestreit mit seiner Frau lieferte, werde er in seinem engen Umfeld mitunter kritisiert. "Es ist halt eine Gratwanderung."

Angefangen hat alles, als Lugner 1964 gemeinsam mit einem anderen Unternehmen die Theresianische Akademie errichtet hat. Eine große Tageszeitung hatte damals über den Bau berichtet, allerdings ohne den Namen Lugner auch nur zu erwähnen. Der Baumeister musste schon eine Anzeige schalten, um überhaupt vorzukommen. Der Erfolg seines ersten Medienauftrittes ließ dafür nicht lange auch sich warten: "Am nächsten Tag rief der spanische Botschafter aus Budapest an, ob ich die Botschaft renovieren könnte".

Bekannt durch Moscheebau

Danach ging es Schlag auf Schlag. Mit der Errichtung einer Moschee in Wien erlangte er auch außerhalb der Baubranche größere Bekanntschaft. Einer der wichtigsten Abschnitte im - öffentlichen - Leben war aber mit Sicherheit, als er 1987 vom ORF erfuhr, dass eine Sendung mit dem Namen "Seitenblicke" geplant sei. "Wir sind dann zusammengesessen und haben uns überlegt, was man da bringen kann", erinnerte sich der Baumeister. Schon bald avancierte "Mörtel" zu einem der Hauptdarsteller des Gesellschaftsmagazin.

Für die Eröffnung seines Einkaufszentrum "Lugner City" 1990 holte der Baumeister mit Thomas Gottschalk das erste Mal einen Prominenten nach Wien - damals übrigens noch, ohne ihn gleich auf den Opernball mitzunehmen. Premierengast auf dem Ball der Bälle war erst Harry Belafonte 1992. Der Besuch des US-Sängers kam allerdings mehr zufällig zu Stande. "Ich habe nie gedacht, das ist die Idee, das mache ich", so Lugner. Auf Grund des enormen medialen Echos begann sich der Baumeister, jedes Jahr mit einem Star zu schmücken. (APA)

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