NTT DoCoMo: Experiment im 4G-Mobilfunk erfolgreich

9. Oktober 2002, 14:38
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Zehn Mal so schnell wie UMTS

Tokio - Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo hat nach eigenen Angaben erstmals Daten über die so genannte vierte Mobilfunkgeneration erfolgreich übertragen. Mit der neuen, noch am Anfang der Entwicklung stehenden Technikgeneration sei eine Datenübertragungsrate von 100 Megabits pro Sekunde (Mbps) von einem Satelliten zur Erde ermöglicht worden, teilte NTT am Mittwoch in Tokio mit. Für den umgekehrten Weg sei eine Geschwindigkeit von 20 Mbps erreicht worden.

Mit 100 Mbps könnte der Text-Inhalt aller 24 Brockhaus-Bände innerhalb von zehn Sekunden übertragen werden. Mit dem gängigen GSM-Standard der derzeitigen zweiten Mobilfunkgeneration würde man dafür rein rechnerisch fast 29 Stunden benötigen. Die unter dem Namen UMTS bekannte dritte Mobilfunkgeneration erreicht theoretisch Datenübertragungsraten von rund zwei Megabit pro Sekunde.

Probleme mit der Übertragungsqualität

Nach Angaben von NTT DoCoMo könnten die Mobilfunknetze der vierten Generation vor allem bei Telefonkonferenzen und Multimedia-Anwendungen zum Einsatz kommen. Da die dafür benötigte größere Bandbreite allerdings gleichzeitig eine höhere Empfindlichkeit gegenüber störenden Außenfaktoren bedeute, gebe es verstärkt Probleme mit der Übertragungsqualität. DoCoMo will nach eigenen Angaben eine Reihe von Techniken einsetzen, um solche Probleme zu vermeiden.

Marktreife 2010

Nach Angaben des japanischen Ministeriums für Post und Telekommunikation könnten 4G-Technologien bis 2005 entwickelt werden und bis 2010 Marktreife erreichen. NTT DoCoMo hatte im Oktober 2001 weltweit als erster Mobilfunanbeiter unter dem Namen FOMA ein Mobilfunknetz der dritten Generation gestartet.

Bisher verhalten sich die Kunden jedoch zögerlich gegenüber der UMTS-Technik, was unter anderem an hohen Kosten, geringer Akku-Kapazitäten der Handys und einer begrenzten regionalen Netzabdeckung liegt. Bis März 2003 wollte DoCoMo knapp 1,4 Millionen UMTS-Kunden gewinnen, bis Ende September zählte der japanische Marktführer jedoch nur 135.700 Kunden. (APA/Reuters)

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