Pakistan: Überraschender Vorsprung für Islamisten bei Parlamentswahl

11. Oktober 2002, 14:43
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Ein Drittel der bisher ausgezählten Wahlkreise gewonnen - Geringe Beteiligung

Islamabad - Bei der Parlamentswahl in Pakistan zeichnet sich ein überraschend starkes Abschneiden religiöser Parteien ab. In einem nordwestlichen Regionalparlament nahe der afghanischen Grenze holte ein Bündnis sechs islamischer Parteien mit 50 Mandaten die Mehrheit der 99 Sitze, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Auch bei der Wahl zum nationalen Parlament legten die Islamisten zu: Von 272 Sitzen waren bis Freitag 40 Sitze vergeben, davon gingen 14 an die Allianz.

Im nationalen Parlament könnten die religiösen Parteien damit ein wichtiger Partner für die Regierungsbildung werden. Der Vorsitzende der religiösen Partei Jamaat-e-Islami, Qasi Hussain Ahmed, forderte am Freitag alle Gläubigen auf, in den Moscheen für das gute Wahlergebnis zu danken.

Kaum Möglichkeiten zur Veränderung

Zum ersten Mal seit dem Putsch von Präsident Pervez Musharraf im Oktober 1999 hatte die Bevölkerung am Donnerstag ein neues Parlament gewählt. Wie nach den Umfragen erwartet, lagen Musharrafs Moslem-Liga und die führende Oppositionspartei der ehemaligen Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nach ersten Auszählungen etwa gleichauf. Der neue Ministerpräsident soll am 1. November vereidigt werden, die Politik im Land wird er jedoch kaum ändern können. Musharraf sicherte vor der Wahl seine Macht: Er kann das Parlament auflösen und den Regierungschef entlassen.

Bei Gewalttaten am Rande der ersten Wahl seit dem Militärputsch Musharrafs vor drei Jahren waren sieben Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden. Beobachter sprachen dennoch von einem relativ ruhigen Tag, weil noch weitaus blutigere Anschläge befürchtet worden waren. Von den 72 Millionen Pakistani gingen laut der Nachrichtenagentur APP nur 36 Prozent zu den Urnen. Gewählt wurden die Mitglieder beider Kammern der Nationalversammlung, vier regionaler Parlamente und der nächste Ministerpräsident. (APA)

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    Militärmachthaber Pervez Musharraf lässt erstmals seit seinem Putsch vor drei Jahren wählen

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