Zehn Frauen erhielten bisher den Friedensnobelpreis

9. Oktober 2002, 14:20
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Oslo/Wien - Mit der Chefanklägerin beim UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal, der Schweizer Juristin Carla Del Ponte werden dieses Jahr wieder einer Frau Chancen auf den Friedensnobelpreis eingeräumt. Die bisherigen weiblichen Träger des Friedensnobelpreises waren:

1905 - Bertha Freifrau von Suttner, geb. Gräfin Kinsky (1843-1914), Österreich. Sie war Sekretärin Alfred Nobels, setzte sich für die Friedensidee unter anderem in ihrem Roman "Die Waffen nieder" ein, gründete in Wien die Gesellschaft der Friedensfreunde und warb im Gespräch mit Staatsoberhäuptern um Frieden und Freiheit. Beim ersten größeren Friedenskongress in Rom 1891 vertrat sie Österreich-Ungarn.

1931 - Jane Adams (1860-1935), USA (zusammen mit ihrem Landsmann, dem Philosophen Nicholas Murray Butler). Die Amerikanerin war wesentlich am Aufbau von Friedensvereinigungen wie der 1915 gegründeten Friedenspartei der Frauen und der 1919 ins Leben gerufenen Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (Zürich) beteiligt.

1946 - Emily Greene Balch (1867-1961), USA (zusammen mit ihrem Landsmann John Raleigh Mott). Gemeinsam mit Jane Adams war Emily Greene Balch in der Internationalen Frauenliga tätig, deren Leitung sie 1935 übernahm. Balch war eine der Gründerinnen der Gewerkschaftlichen Frauenliga in Amerika.

1976 - Betty Williams (geb. 1943) und Mairead Corrigan (geb. 1944), Nordirland/Großbritannien. Die beiden nordirischen Friedenskämpferinnen werden für die zahlreichen von ihnen organisierten "Friedensmärsche gegen Terror und Gewalt" geehrt, bei denen tausende nordirische Frauen auf die Straße gingen.

1979 - Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), Indien. Die weltweit unter dem Namen Mutter Teresa bekannte gebürtige Albanerin Agnes Bojaxhiu aus Skopje gründete als katholische Ordensschwester 1950 den Orden der "Missionarinnen der Nächstenliebe". Sie trat hervor durch ihr aufopferungsvolles Wirken für die Ärmsten der Armen im indischen Kalkutta.

1982 - Alva Myrdal (1902-1986), Schweden (zusammen mit dem Mexikaner Alfonso Garcia Robles). Die Schriftstellerin, Diplomatin und Abrüstungsministerin wurde für ihr Engagement für die atomare Abrüstung geehrt. Im Jahre 1962 war die "große alte Dame der schwedische Politik" einzige Frau bei den Genfer Abrüstungsverhandlungen.

1991 - Aung San Suu Kyi (geb. 1945), Burma. Tochter des 1947 von politischen Gegnern ermordeten Unabhängigkeitshelden General Aung San. 1988 trat sie an die Spitze der Nationalen Liga für Demokratie (NLD). Im Juli 1989 wurde sie mit anderen führenden NLD-Politikern unter Hausarrest gestellt. Bei den Wahlen zu einer Verfassung gebenden Nationalversammlung im Mai 1990 konnte die NLD 392 der insgesamt 485 Sitze erringen. Das Militär weigerte sich jedoch, die Macht an die demokratisch gewählten Kräfte zu übergeben.

1992 - Rigoberta Menchu (geb. 1959), Guatemala. Rigobertas Vater Vicente war einer der ersten Indios, die es wagten, auch im Ausland auf die Not, das Leiden und die Gewalt gegen die Indianer aufmerksam zu machen. Sie erlebte den grausamen Tod ihrer Eltern und Brüder. Sie schloss sich dem von ihrem Vater gegründeten Komitee für die Einheit der Bauern (CUC) an, dem sie heute vorsteht. Ihren Kampf um die Menschenrechte, um die Anerkennung der "Indigenas" in Guatemala und ganz Lateinamerika führt sie seit den frühen 80er Jahren von ihrem Exil in Mexiko aus.

1997 - Jody Williams (geb. 1950), USA. Koordinatorin der Internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL). In ihrer Studienzeit beteiligte sich Williams an den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Sie lebte eine Zeit lang in Mexiko, schlug das Heiratsangebot eines wohlhabenden Mexikaners aus und arbeitete später für eine Organisation zur Unterstützung der Bürgerkriegsopfer in El Salvador. (APA)

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