Revolutionäre Schnaps-Idee von Max Mosley

9. Oktober 2002, 17:19
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FIA-Präsident könnte sich Fahrerwechsel zwischen den Teams als Wiederbelebungsvariante der Formel 1 vorstellen

Nach den jüngsten Vorschlägen des FIA-Präsidenten Max Mosley und Formel 1-Chef Bernie Ecclestone den schnelleren Fahrern Zusatzgewichte in die Rennwagen zu packen, ließ nun Mosley mit einer weiteren Idee aufhorchen. Der Motorsport-Boss sprach sich in einem Interview mit der englischen Zeitung "Daily Telegraph" für Fahrerwechsel zwischen den Teams und während der laufenden Saison aus.

Dominanzproblem

Ziel sei es, im Vorhinein zu verhindern, dass kein Team eine ähnlich dominante Rolle wie der Ferrari-Rennstall erlangen könne. Sollten sich die Team-Bosse bei ihrem Treffen am 28. Oktober für diesen obskuren Vorschlag begeistern, könnte Michael Schumacher bereits nächste Saison zumindest für ein Rennen in einem Minardi Platz nehmen.

"Den Teams wurden zahlreiche, radikale Vorschläge unterbreitet, die nun zur Diskussion stehen. Einige mögen vielleicht etwas spekulativ anmuten, aber wir können uns nicht weiter zurücklehnen und nicht darüber sprechen. Denn wenn es Möglichkeiten gibt, die Formel 1 für das Publikum wieder interessanter zu gestalten, dann müssen wir darüber sprechen", gab Mosley zu bedenken. "Würde ein jeder Fahrer nur ein Rennen in ein und demselben Wagen sitzen, könnte man wirklich sehen, wer der beste Fahrer ist und welches Team die beste Arbeit leistet. Ich preferiere nicht die Ballast-Idee, aber das was am Ende herauskommt, muss ohnehin nicht unbedingt Ähnlichkeit mit dem aufweisen, was diskutiert wird."

Ecclestone preferiert Zusatzgewichte

"Ich denke ans Publikum, das nicht schon vor dem Rennen wissen will, wer gewinnt", machte sich Ecclestone zum Anwalt der Fans. "Ich will nicht nur wetten können, ob Schumacher 2003 alle Rennen gewinnt", sagte der 71-Jährige, der "den Wettbewerb in der Formel 1 wiederbeleben" will. Ecclestone schlägt vor, nach dem Überschreiten einer 20 Punktegrenze den Fahrern für jeden WM-Punkt ein Kilogramm Zusatzgewicht ins Auto zu geben. "Diese Regel ist nicht gegen irgend jemanden, sondern für mehr Ausgeglichenheit", betonte der Formel 1-Chef, der sich "einen Kampf der drei großen Rennställe um die WM" wünscht.

"Schumacher ist zu viel mehr fähig"

Ecclestone will die WM spannender machen ohne den Ausgang zu manipulieren. "Schumacher wird wieder Weltmeister werden, wenn auch mit sehr viel mehr Mühe", glaubt Ecclestone. Denn in der zu Ende gehenden Saison habe der Deutsche "nie wirklich an sein Limit gehen müssen. Schumacher ist zu viel mehr fähig", sagte Ecclestone vor dem letzten Saison-Rennen am Sonntag im japanischen Suzuka. Der fünffache Weltmeister, der sich in Süditalien auf seine Teilnahme an der Ende Oktober stattfindenden Kart-WM vorbereitet, wollte diese Vorschläge nicht kommentieren. Der Kerpener wünschte den Formel-1-Bossen mit einem süffisanten Lächeln lediglich "viel Glück!". (APA/red)

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    FIA-Präsident Max Mosley

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