Weltbank wird umstrittenes Bergwerksprojekt in Rumänien nicht finanzieren

11. Oktober 2002, 11:57
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Umweltschützer hatten wiederholt vor desaströsen ökologischen Auswirkungen gewarnt

Bukarest/Wien - Die Weltbanktochter IFC (International Finance Corporation) entschied am Donnerstag gegen eine Finanzierung für das umstrittene Goldbergwerk-Projekts im rumänischen Rosia Montana. So bleiben dem kanadischen Betreiber "Gabriel Resources" 253 Millionen Euro verwehrt, gab die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Freitag in einer Aussendung bekannt.

Die Entscheidung der Weltbank dürfte maßgeblich durch den breiten Widerstand vor Ort sowie durch die Aufklärungsarbeit von rumänischen und internationalen Organisationen beeinflusst worden sein. Auch Greenpeace hatte in der vergangenen Woche vor einer möglichen Zyanid-Katastrophe durch das Projekt gewarnt.

Folgenreiches Großprojekt

"Das Zyanid-Projekt ist noch nicht tot. Für den Betreiber wird es jetzt aber viel schwieriger, die notwendigen Geldmittel aufzutreiben", erklärte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Die Umweltschutzorganisation forderte gemeinsam mit rumänischen Gruppen, dass jetzt auch alle anderen in Frage kommenden Finanzinstitutionen und Banken die Finger von diesem Projekt lassen sollen, das "nur Umweltverschmutzung, Korruption und Armut in der rumänischen Region Alba Julia" fördern würde.

Das Rosia-Montana-Projekt würde Europas größtes Tagbau-Goldbergwerk sein. Durch das Vorhaben wären zwei ganze Täler vernichtet worden, die zum kulturellen Erbe Rumäniens zählen, so Greenpeace. Es sei geplant gewesen, das Nachbartal Corna zu einem 600 Hektar großen Zyanidbecken für zwei Millionen Tonnen zyanidhältigen Schlamm umzuwandeln. 2.000 Menschen hätten dabei umgesiedelt werden sollen.(APA)

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