US-Hedge-Fonds will Colt Telecom in die Insolvenz schicken

9. Oktober 2002, 13:02
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Fällige Anleihe-Schulden können nicht bezahlt werden - Telekom-Anbieter kontert

Der US-Hedge-Fonds Highberry Limited will einen Insolvenzantrag für Colt Telecom erzwingen. Das Telekom-Unternehmen sei nicht in der Lage, zwischen 2005 und 2009 fällige Anleihe-Schulden zurückzuzahlen, hieß es in der Begründung. Highberry fordert daher, Colt unter öffentliche Verwaltung zu stellen. Colt selbst wies die Vorwürfe entschieden zurück und verwies auf eine gesicherte finanzielle Basis.

"Es gibt überhaupt keine Basis für dieses Vorgehen"

"Es gibt überhaupt keine Basis für dieses Vorgehen", teilte Colt am Mittwoch, in einer Aussendung mit. Das Unternehmen habe eine Mrd. Pfund (1,59 Mrd. Euro) an Bargeld-Reserven und keine Bankschulden. Der bereinigte Gewinn (EBITDA) wachse, so dass im Jahr 2005 erstmals ein positiver Cash-Flow zu erwarten sei. Außerdem sei das zentrale Netz nun fertiggestellt und der Bedarf an Investitionen sinke. Deshalb zeigte sich Colt zuversichtlich, die Anleihen bei Fälligkeit bedienen zu können. Der Vorstand werde alles dafür tun, "diesen eigennützigen Versuch zu stoppen, einen ungerechtfertigten Werte-Transfer von Aktien- zu Anleihebesitzern zu erreichen".

Eigene Netze

Colt ist einer der wenigen verbleibenden alternativen Telekom-Anbieter, die mit hohen Investitionen eigene Netze aufgebaut haben. Das britische Unternehmen ist unter anderem in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Schweden und Spanien tätig. Nach einer Kapitalerhöhung ist die Fondsgesellschaft Fidelity Mehrheitsaktionär bei dem Unternehmen. Bei einer Insolvenz würden mit den restlichen Barmitteln zuerst die Anleihen-Gläubiger ausgezahlt, der Wert der Aktien würde sich deutlich reduzieren.

Restrukturierungs-Programm angekündigt

Colt hatte erst Ende September ein Restrukturierungs-Programm angekündigt, dem rund 800 Stellen zum Opfer fallen sollen. Mit diesen Maßnahmen erhofft sich das Unternehmen bis zu 40 Mio. Pfund (63,67 Mio. Euro) einzusparen. Hinzu kommen 20 Mio. Pfund (31,83 Mio. Euro) aus den 500 Entlassungen, die bereits im Februar 2002 beschlossen wurden. Mit Ende des dritten Quartals rechnet Colt bei einem Umsatz von 258 Mio. Pfund (410,65 Mio. Euro) mit einem gesteigerten EBITDA von 17 Mio. Pfund (27,06 Mio. Euro). Im zweiten Quartal 2002 lag das EBITDA bei 14,7 Mio. Pfund (23,40 Mio. Euro). Im Zuge der Restrukturierung wird Colt im dritten Quartal eine Abschreibung in der Höhe von 550 Mio. Pfund (874,93 Mio. Euro) vornehmen. (pte)

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