Airest: Zahlen über Plan

9. Oktober 2002, 14:41
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Größter heimischer Flugzeug-Caterer auf dem Weg zur Normalisierung

Wien - Die Airest, der größte Flugzeug-Caterer Österreichs, sieht sich trotz der Luftfahrtkrise langsam auf dem Weg zur Normalisierung. "Im September haben wir die Vorjahreszahlen erreicht, im Oktober bewegen wir uns bereits über dem Vorjahresmonat", sagte Airest-Geschäftsführer Georg Urbanski am Mittwoch. Die Zahlen des Vorjahres - 66,5 Mill. Euro Umsatz, 5,3 Mill. Euro EGT - werde man 2002 zwar nicht erreichen, man liege aber deutlich über den budgetierten Werten. Im Fall eines Irakkriegs wäre ein kurzfristiger Ausfall von bis zu 20 Prozent des Volumens zu verkräften. "Alles darüber wäre ein sehr ernsthaftes Problem", sagte Urbanski.

Luftfahrtkrise zeigt Wirkung

Auf drei Ebenen sei das Cateringgeschäft von der Luftfahrtkrise - die bereits vor dem 11. September 2001 begonnen hat - betroffen, so Urbanski: Das Verkehrsvolumen sei um bis zu 15 Prozent zurückgegangen, die Fluggesellschaften gaben weniger oder gar kein Essen mehr aus und schließlich würden viele bereits die Mahlzeiten für den Rückflug schon mitnehmen ("return catering") und damit nicht mehr Catering-Leistungen am Zielort in Anspruch nehmen. "Die Auswirkungen aller drei Faktoren nehmen ab", sagte Urbanski. Die Fluggesellschaften hätten erkannt, dass der Nutzen einer guten Verpflegung die Kosten übersteige.

Gegensteuern

Dank der Neuzugänge von Gesellschaften wie Cyprus Airways, Spanair oder Alitalia, durch die Wiederaufnahme besserer Bordverpflegung durch etwa die Lufthansa und auch durch eine Ausweitung des eigenen Restaurant-Aktivitäten habe man weitgehend gegensteuern können, sagte Urbanski. Auch mit der geplanten neuen "Styrian Airways", die im kommenden Winter den Betrieb aufnehmen will, gebe es Gespräche. Das verstärkte Auftreten von Billigairlines sieht Urbanski mit einem "weinenden und einen lachenden Auge": "Sie nehmen zwar nicht unser Catering in Anspruch, aber viele Leute essen vor dem Abflug in einem unserer Restaurants am Flughafen".

"Uns ist jeder Eigentümer recht"

Zum angekündigten Verkauf ihres 35-Prozent-Pakets an der Airest durch die AUA kann Urbanski derzeit "nicht viel sagen". Nur soviel: "Uns ist jeder Eigentümer recht, egal, ob mit einer in- oder einer ausländischen Mehrheit", solange es der Airest weiter möglich sei, ihren Weg und ihre Projektionen fortzusetzen. Es gebe eine Reihe von Interessenten an einer Airest-Beteiligung. Derzeit halten AUA-Gruppe und die Schweizer Gate Gourmet je 35 Prozent, 30 Prozent hält die Lufthansa-Gesellschaft Sky Chefs. Mit 50 Prozent Volumen ist die AUA-Gruppe der größte Kunde.

Im Vorjahr hat die Airest 7,5 Mill. Mahlzeiten hergestellt, täglich werden 400.000 Einzelteile Besteck und Geschirr gewaschen. 70 Prozent Umsatz werden im Bereich Catering erzielt, doch der Anteil der Gastronomie (derzeit 20 Prozent) ist steigend. Der Rest entfällt auf die Belieferung externer Kunden wie Betriebskantinen oder Spitäler. (APA)

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