Perlen an der Ligurischen Küste

3. Oktober 2005, 15:59
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Der Landstrich am Golf von Genua verzaubert mit seinen Naturschönheiten und den malerischen Ortschaften

Mit einer Fläche von 5418 km² ist Ligurien - vor dem Molise und dem Aostatal - die drittkleinste Region Italiens. Das zwischen 7.5 und 38 km breite Land drängt sich auf eine Länge von rund 275 km sichelförmig an den Golf von Genua, den nördlichsten Teil des Ligurischen Meeres. Berge und Hügel bilden die Regione Liguria, die zu Recht als farbiger, kontrastreicher propagiert wird und die Alpen mit den Apennin verbindet.

Vom schmalen Küstenstreifen gehen überwiegend kurze Gebirgstäler aus. Sie steigen in wenigen Kilometern aus der mediterranen Klimazone mit Palmen, Weinbergen und Olivenhainen bis zur alpinen Zone mit Buchen, Lärchen und dichten Tannenwäldern. Da sich die Berge bis dicht an die Meeresküste heranschieben, entstehen klimatische Extreme. Den mediterran geprägten Südhängen stehen Nordhänge gegenüber, an denen man sich mitunter nach Mittel- oder Nordeuropa versetzt glaubt.

Neben Serpentin und Marmor (bekannt sind der Portoro aus Portofino, der rote und grüne Marmor aus Levanto und der grüne Marmor aus Pegli) war in der Region Ligurien auch der Schiefer ein äußerst beliebtes Baumaterial. Er wird bis heute in der Valle Fontanabuona bei Lavegna gebrochen, und bei einem Spaziergang durch ligurische Ortschaften sollte man die schönen, oft reich verzierten Schieferportale nicht übersehen.

Portofino

Nach Portofino kommt man über eine schmale Küstenstraße, die im Hochsommer am Wochenende hoffnungslos verstopft ist. Schon die Phönizier wussten, dass die kleine Bucht von Portofino der sicherste, natürliche Ankerplatz der ligurischen Küste ist. Die Römer, deren Schiffe von hier nach Gallien in See stachen, nannten den Ort Portus Delphini, Delphinhafen. Jahrhundertelang waren hier die Fischer unter sich, bauten rund um den Hafen, eine Reihe schmaler, hoher Häuser, mit Pastellfarben bemalt, als hätten Sie Stadtarchitektur studiert. Dann kamen die Fremden, und Portofino wurde eine der viel gerühmten Hochburgen für den Geldadel.

Tipp: Il Pitosforo, Molo Umberto 19
Tel.: 01 85 26 90 20
Der Portofino Mythos direkt am Hafen, exklusiv die Gäste und die Preise.

Rapallo

Nur das kleine Castello (aus d. 16 Jhdt.) am Hafen von Rapallo erinnert noch an die gefahrenvollen Zeiten, als sich die Einheimischen gegen Piratenüberfälle und Feindeseinfälle verteidigen mussten. Heute ist dieses Städtchen nach Portofino und Santa Margherita die "dritte Perle" am Golfo del Tigullio. An der Palmengesäumten Uferpromenade Lungomare Vittorio Veneto reihen sich nostalgische Jugendstilbauten und charmante Cafés, im Chisco della Banda Cittadina spielen noch heute kleine Orchester auf. Auch Rapallo lebte bis um die Mitte des 19. Jhdt. als die ersten Touristen dort im milden Klima überwinterten, fast ausschließlich vom Fischfang. Während die Männer oft monatelang auf See waren, vertrieben sich die Frauen die Wartezeit mit Klöppeln von zarten Spitzen. Die schönsten dieser Handarbeiten sind im Museo del Pizzo al Tombolo in der Villa Tigullio zu sehen.

Tipp: Ob sie Thomas Mann, Ezra Pound oder Gerhart Hauptmann hießen, nach Rapallo reiste man im Winter, der Ruhe und des milden Klima wegens. Im Lesesaal der Villa Tigullio hat sich diese Welt von gestern konserviert.

Astoria, Via Gramsci 4,
Tel.: 01 85 27 35 33
Jugendstil Villa am Meer mit Komfort (Quelle: www.bella-italia.at)

  • Portofino
    foto: www.bella-italia.com

    Portofino

  • Farbenpracht im Hafen von Portofino
    foto: www.bella-italia.com

    Farbenpracht im Hafen von Portofino

  • Rapallo

    Rapallo

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