Office wird mit Daten aufgemöbelt

9. Oktober 2002, 19:25
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Anbindung an Unternehmens- information soll stagnierendes Microsoft- Flaggschiff beleben

Orlando - Ein Zusatzprodukt zu Microsofts Standardpaket Office soll eine stärkere Verbindung zwischen den Office-Programmen und Firmendaten aus anderen Programmen herstellen und damit den stagnierenden Verkauf von Office beleben. Das gab Microsoft-CEO Steve Ballmer auf der ITExpo in Florida bekannt.

Zwar ist Office die dominante Arbeitsumgebung für Bürobienen, die sich auf rund 90 Prozent aller PCs befindet. Aber mit einem Zuwachs von zuletzt nur mehr einem Prozent gegenüber früheren zweistelligen Wachstumsraten, hat Office seine finanzielle Zugkraft verloren. Ein Grund dafür ist, dass viele Unternehmen unter Kostendruck nur mehr wenig Anreize haben, von früheren Versionen auf die aktuelle Office Version XP umzusteigen.

"XDoc"

Das intern "XDoc" genannte Programm übernimmt aktuelle Daten aus Unternehmensanwendungen wie Customer Relationship Management (CRM, ein Instrument zur Pflege der Kundenbeziehungen), Finanzdaten, Lagerbeständen oder Produktionsdaten (etwa Verkaufspreise oder Lieferzeiten) und baut sie direkt in Office-Programme wie Word ein. Basis dafür ist die Internet-Sprache XML, mit der die Bedeutung der Daten von Software korrekt interpretiert werden kann. XML, das schon jetzt in Office XP teilweise integriert ist, soll wiederum der Kern für die Speicherung von Dokumenten in der nächsten Version von Office 11 werden. Sowohl XDoc als auch Office 11 sollen Mitte 2003 auf den Markt kommen.

Diese Art von Information wird zunehmend in Webbrowsern dargestellt - etwa ein Formular für eine Reisekostenabrechnung, ein anderes für die Aufnahme von Bestellungen oder Kontaktinformation über Kunden. Statt jeweils unterschiedliche Werkzeuge zu verwenden, soll XDoc ermöglichen, ein komplexes Office-Dokument zu erstellen, in dem dann alle diese unterschiedlichen Daten eingegeben werden können. Durch die Fähigkeit, Daten in den Unternehmensfluss zu integrieren, soll der Wert von Word gesteigert werden - und somit der Anreiz, neue Versionen zu kaufen.

Nachteile behoben

Mit XDoc könnten auch einige Nachteile von Datenerfassung über Internet-basierende Systeme behoben werden: Die erfassten Daten werden am jeweiligen PC gespeichert und gehen nicht verloren, falls die Übertragung fehlschlägt oder das entfernte Programm den Dienst verweigert. (spu)

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    Mit der Fähigkeit alle Arten von Daten in Dokumente einbauen zu können, will Microsoft-CEO Steve Ballmer den schleppenden Umsatz von Office wieder ankurbeln.

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