Lyocell mit vollen Auftragsbüchern

9. Oktober 2002, 13:50
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60-prozentige Umsatzsteigerung und ausgegelichenes Ergebniss

Eisenstadt - Die burgenländische Tochter des börsennotierten Textilfaserherstellers Lenzing, Lenzing Lyocell, konnte ihren Umsatz um 60 Prozent auf 35 Mill. Euro steigern und ein ausgeglichenes EBITDA verzeichnen. Dies teilte der Vorstand für Fasern, Franz Raninger anlässlich eines Journalistentages bei Lyocell Heiligenkreuz mit. Die Anlage in Heiligenkreuz sei voll ausgelastet, die Auftragsbücher für 90 Tage gefüllt.

Mit dieser Entwicklung wurden die Pläne übertroffen und das Ergebnis konnte deutlich verbessert werden. Grund für die starke Nachfrage seien Erfolge in der Marktbearbeitung, aber auch die bessere Textilkonjunktur.

Ausbau einer zweiten Produktionslinie

Der im Juli genehmigte Ausbau der zweiten Produktionslinie soll Ende 2003 fertig gestellt sein. Bereits zur Jahresmitte 2002 hätten kleinere Maßnahmen zu einer Kapazitätserhöhung von etwa 20 Prozent geführt. Mit der Inbetriebnahme der neuen Linie werde die Produktionskapazität auf 40.000 Tonnen jährlich erhöht. Diese Linie soll bei voller Auslastung einen Umsatz von bis zu 90 Mill. Euro bringen, so Raninger.

Lyocell Heiligenkreuz würde dann endlich in die Gewinnzone kommen. Wann genau das allerdings der Fall sein werde, darauf wollten sich die Vorstände Raninger und Peter Untersperger nicht festlegen. "Die Auslastung der zweiten Linie wird schneller gehen als bei der ersten und das hat vier Jahre gedauert," setzt Franz Raninger einen möglichen Zeitrahmen.

Wachstum in beiden Segmenten als Ziel

Als vorrangigstes Ziel des Faserherstellers Lenzing nennt Franz Raninger ein Wachstum in beiden Segmenten, Lyocell und Lenzing. Für das burgenländische Werk gelte es insbesondere, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Stückkosten zu reduzieren. "Wir bewegen uns mit unseren zellulosen Fasern in einer absoluten Marktnische. Und diese wollen wir vergrößern," erklärt Franz Raninger das ehrgeizige Ziel von Lenzing.

Um die ökologisch wertvolle Faser gewinnbringend produzieren und eine breite Produktpalette anbieten zu können, sei eine Forcierung der Marketingaktivitäten geplant, so der Vorstand. Die ökologischen Vorteile der Lyocellfaser, wie der schnell nachwachsende Rohstoff Holz oder der geringe Wasser- und Energieverbrauch bei der Produktion und die Produkteigenschaften der Faser sollen mittels Werbekampagnen sowohl an den Weiterverarbeiter als auch an den Letztverbraucher vermittelt werden.

Die Lyocell-Faser werde unter anderem bei den Modehäusern Zara, Marks&Spencer, Lacoste oder Dona Kara verwendet. Bei den Heimtextilien zählen Vossen, Hefel oder Casulo zu den Kunden von Lyocell. Der neue Füllstoff, Lenzing Lyocell Fill, ein hoffnungsvoller Wachstumsmarkt von Heiligenkreuz, wird von Joka verarbeitet. Der Nonwovens-Bereich habe heute einen Anteil von 25 Prozent, wachse aber auch sehr stark, so Franz Raninger.(APA)

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