USA führten in den 60ern Bio- und Chemiewaffentests im Freien durch

9. Oktober 2002, 11:14
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Veteranen fordern Entschädigung aufgrund gesundheitlicher Beschwerden

Washington - Die USA haben in den 60er Jahren in mindestens vier Staaten biologische und chemische Waffen im Freien getestet. Bei den Versuchen in Alaska, Maryland, Florida und Hawaii ging es Pentagon-Dokumenten zufolge darum, eine Abwehr gegen solche Waffen zu entwickeln. In Alaska wurden zwischen 1965 und 1967 auch Artilleriegranaten und Bomben mit den Nervengasen Sarin und VX eingesetzt.

Das Verteidigungsministerium wollte am Mittwoch eine Liste mit 28 Tests dem Ausschuss für Kriegsveteranen vorlegen. Der Nachrichtenagentur AP lag eine Zusammenfassung des Bericht am Dienstag vor. Daraus geht nicht hervor, ob auch Zivilisten mit den eingesetzten Kampfstoffen in Berührung gekommen sind. Soldaten seien bei den Experimenten mit Schutzanzügen ausgerüstet gewesen, erklärte das Pentagon. Es hatte schon früher eingeräumt, dass chemische und biologische Waffen oberirdisch getestet wurden. Es ist aber das erste Mal, dass bestätigt wurde, dass diese Versuche auch im Freien über Land und nicht nur auf See durchgeführt wurden.

Einige der an den Tests beteiligten Soldaten klagen inzwischen über gesundheitliche Beschwerden, die sie auf den Kontakt mit den Kampfstoffen zurückführen. Sie fordern jetzt Entschädigungen und die Veröffentlichung von weiteren Einzelheiten zu den Versuchen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren rund 3.000 Soldaten an den Tests beteiligt. (APA/AP)

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