"Das hätte ich auch gekonnt"

9. Oktober 2002, 11:35
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Ralf Schumacher zweifelt Ausnahmestellung von Bruder Michael an - Ferrari-Kritik an Ecclestones Vorschlägen zur Chancengleichheit

Suzuka - Vor seinem runden Jubiläum in Suzuka greift Ralf Schumacher seinen Bruder Michael an und spricht ihm die Ausnahmestellung auf der Rennstrecke ab. "Fraglos ist Michael einer der besten Piloten, die die Formel 1 je gesehen hat. Es gibt aber drei Fahrer, die das gleiche Potenzial haben, aber nicht die Möglichkeit. Bei Williams fahren zwei von ähnlichem Kaliber", sagte Ralf Schumacher vor seinem 100. Grand Prix mit Blick auf den Ferrari seines Bruders. "Ich will Michael nichts absprechen. Aber bei allem Respekt vor seinen Leistungen glaube ich, dass Juan Pablo Montoya und ich das auch gekonnt hätten."

Die Formel in der Krise

Spektakuläre Rad-an-Rad-Duelle im neuen Jahr kämen gerade recht, denn die Formel 1 steht am Scheideweg: Vor dem letzten Saisonrennen am Sonntag (7.30 Uhr MESZ/live in ORF 1 und Premiere) hat in der Königsklasse des Motorsports ein erbitterter Richtungsstreit begonnen. Mit aller Gewalt wollen die Bosse die Langeweile vertreiben und mit teilweise aberwitzigen Regeländerungen künstlich für Spannung sorgen. Schließlich springen Sponsoren ab, schalten Fernsehzuschauer ihre TV-Geräte aus. Gerüchte über eine Konkurrenz-Serie sorgen für Unruhe. Der Prost-Rennstall ist bereits Pleite gegangen und Arrows ist wohl auch nicht mehr zu retten. Fast überall fehlt das Geld.

Sieg Nummer 64 wird angepeilt

Beim Großen Preis von Japan will Michael Schumacher noch einmal Vollgas geben. "Das ist nun mal das letzte Saisonrennen, und mit Sicherheit würde ich daher gerne gewinnen und mich mit einem Sieg in den Winterurlaub verabschieden", sagte Schumacher, der Karriere-Sieg Nummer 64 feiern würde. Bruder Ralf hat seit seinem Debüt 1997 gerade einmal vier Erfolge eingefahren. "Ich habe mir das Ziel gesetzt, auf jeden Fall bis Mitte 30 durchzuhalten", kündigte der jüngere Bruder in einem Interview mit "Auto, Motor und Sport" an.

Dreikampf um Platz drei

Für die Kronprinzen geht es in Suzuka nur noch um die Bronzemedaille: Ralf Schumacher (42 Punkte) hat genauso wie sein Partner Juan Pablo Montoya (Kolumbien/47) und Silberpfeil-Lenker David Coulthard (Schottland/41) noch Chancen auf den Platz hinter Schumacher und Barrichello.

Kritik an Reformvorschlägen

Unterdessen gerät vor allem der Vorschlag von Max Mosley, dem FIA-Präsidenten, und Bernie Ecclestone, dem Formel-1- Chef, in die Kritik. "Man darf nicht einfach das beste Auto und das beste Team bestrafen, nur weil es gewinnt", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Einfach abstrus" findet Willi Weber, der Manager der Schumacher-Brüder, die Gedankenspiele. "Da entwickeln die Teams mit einem ungeheuren technischen und finanziellen Aufwand, und dann packen ihnen die Rennkommissare Zusatzgewichte ins Auto."(dpa)

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    An Selbstbewusstein mangelt es Ralf Schumacher nicht

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