Israel: Irak unterstützt Familien von Selbstmord-Attentätern massiv

9. Oktober 2002, 17:25
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Geheimdienst: 10.000 Dollar für Angehörige

Jerusalem - Der Irak hat die Familien palästinensischer Selbstmordattentäter nach Angaben des israelischen Geheimdienstes in den beiden vergangenen Jahren mit insgesamt rund 15 Millionen Dollar (15,3 Millionen Euro) unterstützt. Das Verhör des Anführers einer pro-irakischen Palästinenser-Organisation habe Erkenntnisse über mehrfache Überweisungen aus dem Irak in die palästinensische Stadt Ramallah im Westjordanland erbracht, teilte der Geheimdienst GSS am Dienstag in Jerusalem mit. Rakat Salem, der Generalsekretär der Arabischen Befreiungsfront und Mitglied des palästinensischen Parlaments, war vor einer Woche in Ramallah festgenommen worden. Er sei "direkt" für die finanziellen Hilfen aus Bagdad an die Familien von Selbstmordattentätern verantwortlich.

Bei dem Großeinsatz der israelischen Armee im Westjordanland im Frühjahr beschlagnahmte Dokumente hätten ergeben, dass Salem vom irakischen Staatschef Saddam Hussein mit der Verteilung der Gelder beauftragt worden sei, teilte der GSS weiter mit. Der Palästinenser-Führer habe ausgesagt, in engem Kontakt mit der im Irak regierenden Baath-Partei zu stehen und Saddam Hussein im Jahr 2000 persönlich getroffen zu haben. Seitdem habe er die Verteilung von 15 Millionen Dollar an die Familien von Attentätern, an palästinensische Extremisten oder Opfer der Intifada organisiert. Dabei sei es um Beträge zwischen 500 Dollar für leicht Verletzte bis 10.000 Dollar für Angehörigen von getöteten Palästinensern gegangen. Die Gelder seien vom Irak auf eine Bank in Amman in Jordanien, und von dort auf ein Konto der Arabischen Befreiungsfront in Ramallah überwiesen worden. (APA)

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