Schloss Orth "behutsam" umbauen

8. Oktober 2002, 20:25
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Eine Million Euro von Gemeinde für neues Nationalparkzentrum

Orth an der Donau - So teuer wie der Turm dürfe das Schloss dem Nationalpark nicht kommen, weiß Carl Manzano, Direktor des Nationalparks Donauauen. Weil die bereits ausgegebenen 436.000 Euro für Entwurf und Planung des seit Montag endgültig abgeblasenen Hainburger Wasserturmumbaus "Eigenmittel der Nationalpark GmbH." gewesen seien. Und die GmbH. durch das Coop Himmelb(l)au-Abenteuer - samt Volksbefragung und Protesten - finanziell derzeit entsprechend geschwächt sei.

Umso willkommener, so Manzano, sei deshalb der Ende September gefasste Grundsatzentschluss in Orth an der Donau im Bezirk Gänserndorf gekommen: Eine Million Euro werde man in die "behutsame Adaptierung" des ortseigenen Schlosses für ein Nationalparkzentrum investieren, hatte der dortige Gemeinderat Ende September entschieden.

Die Burghauptmannschaft - Eigentümervertreterin des Renaissancebaus, der vor 200 Jahren zu einem Getreidespeicher umgebaut wurde - legte noch ein Schäuferl nach: Indem sie sich bereit erklärte, die Kosten für die Fassadenrenovierung zu übernehmen. Jetzt müsse die Nationalpark GmbH. "trachten, die für den Standort Hainburg zugesagten Fördermittel der EU und des Landes nach Orth ,umzuleiten'", betont Manzano.

In Ziffern: zwei Millionen Euro. Auf dass das Nationalparkzentrum samt Außenstellen - etwa in Stopfenreuth - 2005 eröffnen könne. Nachsatz: "In Hainburg hätten wir bis 2003 fertig gebaut gehabt."

Geplant sei eine "Mischnutzung" des Schlosses, erläutert indes die Orther Vizebürgermeisterin, Waltraud Matz (VP): "Es sollen, neben dem Nationalparkzentrum, auch Veranstaltungsräumlichkeiten entstehen." Ebenso stehe die Modernisierung der Ausstellungsräumlichkeiten an - im Schloss befindet sich eine Außenstelle des niederösterreichischen Landesmuseums.

Alles in allem, so Matz, solle das "stadtbildbestimmende Schloss" wieder zu "einem echten Ortszentrum" werden. Das sei der Wunsch der Orther, die in Sachen Schlosszukunft einen Arbeitskreis mit Bürgerbeteiligung gegründet haben: "Die Menschen interessiert das." (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 9.10.2002)

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