16-Jährige gehen zur Wahl

9. Oktober 2002, 14:15
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Die Wahlbeteiligung burgenländischer Jugendlicher lag laut stichprobenartiger Auswertung der SPÖ bei über 85 Prozent

Eisenstadt - Die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre wurde bei den burgenlänischen Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen von den Jugendlichen in hohem Ausmaß angenommen: Nach einer von der SPÖ durchgeführten stichprobenartigen Auswertung machten am vergangenen Sonntag mehr als 85 Prozent der 16- und 17-Jährigen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Damit entsprach ihr Anteil annähernd der allgemeinen Wahlbeteiligung, die landesweit im Schnitt bei 85,5 Prozent lag.

100 Prozent-Anteile

In vielen Gemeinden sei der Prozentsatz noch weit höher gelegen, so SPÖ-Landesgeschäftsführer Helmut Schuster. Als Beispiele nannte er Rohr und Heugraben, wo sich jeweils 100 Prozent der jugendlichen Erstwähler am Urnengang beteiligten. In Stinatz wählten 97 Prozent mit, in Deutschkreutz waren es 96 Prozent. "Das Gerede von der Politikverdrossenheit junger Menschen ist damit ein für alle Mal entlarvt", so Schuster.

Die SPÖ Burgenland tritt nun dafür ein, "Wählen mit 16" künftig auch bei Landtagswahlen zu ermöglichen. Dies sei eine "logische Konsequenz" aus positiven Erfahrungen bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag, erklärte Klubobmann Norbert Darabos heute, Mittwoch, in einer Aussendung. Eine stichprobenartig von der SPÖ durchgeführte Erhebung hatte bei den 16- und 17- Jährigen eine Wahlbeteiligung von 85 Prozent ergeben.

Die hohe Wahlbeteiligung beweise, dass die Jugendlichen das Angebot zur Mitbestimmung annehmen würden, erklärte der Klubobmann. Die SPÖ habe bereits einen Entschliessungsantrag für den Landtag vorbereitet. Dabei rechne man mit einem breiten Konsens, so Darabos, der sich auch für eine breite Diskussion über das Thema "Wählen mit 16" bei Nationalratswahlen ausspricht.

Auch die Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek will diesen Schritt gehen. Die hohe Wahlbeteiligung bei den 16- bis 17-Jährigen im Burgenland zeige: "Die Jugendlichen sind keineswegs politikverdrossen, sondern interessieren sich in hohem Maße dafür, wie ihre Zukunft gestaltet wird." Zunächst werde es nun darum gehen, die Wahlaltersenkung auf kommunaler Ebene in ganz Österreich einzuführen. Gleichzeitig sei man dem Ziel einer generellen Wahlaltersenkung auf 16 Jahre bei allen Wahlen "einen entscheidenden Schritt näher gekommen". Bei den burgenländischen Kommunalwahlen waren insgesamt 6.420 16-und 17-Jährige wahlberechtigt. (APA)

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    Nur ein Klischee, die angebliche Politikverdrossenheit von Jugendlichen?

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