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8. Oktober 2002, 16:31
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Österreicher gaben 2001 weniger Geld für Spiele aus

Wien - Herr und Frau Österreicher haben im vergangenen Jahr 2001 auch beim Spielen gespart: Der heimische Spielwarenhandel hat einen Gesamtumsatz von 331 Mill. Euro verzeichnet, um 2,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Jährlich geben die Österreicher rund 36,8 Mill. Euro für Spiele aus, das sind pro Kopf und Nase nicht einmal 5 Euro, teilte der Branchenverband IG Spiele am heutigen Dienstag mit.

Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele gut behauptet

Allen Innovationen zum Trotz habe sich das Segment Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele mit einem Marktanteil von 11,1 Prozent gut behauptet, so der Verband, der vom 22. bis 24. November im Wiener Austria Center Vienna (ACV) wieder das jährliche Spielefest veranstaltet, die größte Veranstaltung dieser Art in Österreich.

In Deutschland feiert das klassische Kinderspiel im laufenden Jahr ein überraschendes Comeback: Im ersten Halbjahr haben nichtelektronische Kinderspiele ein Umsatzplus von 5,9 Prozent verzeichnet. In den vergangenen Jahren hatten eher Familien- und Erwachsenenspiele für Dynamik gesorgt. Gerade bei den Kindern werde in Zeiten vorsichtigen Konsumverhaltens am wenigsten gespart, nennt die deutsche Fachgruppe Spiel als Grund. Zudem weise das Kinderspiel noch höhere Wachstumspotenziale auf als das seit Jahren boomende Erwachsenenspiel.

Elektronik im Aufwind

Rund 2.080 Mitarbeiter sind in den 569 Spielwaren-Outlets österreichweit beschäftigt, teilte das zuständige Bundesgremium des Leder-, Spielwaren- und Sportartikelhandels der Wirtschaftskammer Österreich mit. Der Fachhandel bringt es trotz starker Konkurrenz durch Warenhäuser und Verbrauchermärkte dank verstärkter Service- und Beratungstätigkeit auf 69 Prozent Umsatzanteil, während es der Online- und Versandhandel im Spielwarenbereich erst auf 6 Prozent Anteil brachte.

Immer stärker auf dem Vormarsch im Spielwarenhandel ist die Elektronik. Auch klassisches Spielzeug erhält eine "digitale Dimension": Modelleisenbahnen und Autorennbahnen sind zunehmend mit elektronischen Features ausgestattet, Puppen spielen interaktiv mit Kindern. Doch "Kommunikation und authentisches Erleben am gemeinsamen Spieltisch sind virtuell nicht ersetzbar", so die IG Spiele.

Neue Konkurrenz für den Spielemarkt droht aber nicht nur von der Produktseite, sondern auch vom Dienstleistungsbereich, in dem steigende Ausgaben verzeichnet werden: So könne der Besuch von Freizeit- und Erlebnisparks den Wunsch nach Spielwaren ersetzen. Ein neuer Trend hat die Senioren als kaufkräftige Zielgruppe entdeckt. Für sie bringt die Spielwarenindustrie Sammlerartikel sowie Spiele und Karten mit speziellem Design. (APA)

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