Bildungsministerium pensioniert rund 60 Beamte

8. Oktober 2002, 16:43
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Rektor der Angewandten Wien ortet Geldverschwendung und fordert Frühpensionisten für Umsetzung der Unireform

Wien - Im Bildungsministerium gehen in den nächsten Wochen und Monaten insgesamt rund 60 Beamte in Pension, etwa die Hälfte davon tritt in den Vorruhestand. Diese Dienstposten werden eingespart und nicht nachbesetzt, die Aufgaben anderen Beamten übertragen, hieß es am Dienstag im Bildungsministerium. Der Rektor der Universität für angewandte Kunst, Gerald Bast, kritisierte in einer Aussendung die hohe Zahl an Personen im Vorruhestand: das Ministerium "zahlt Beamte für's Nichtstun, hat aber kein Geld für die Umsetzung der Uni-Reform".

Schlanke Verwaltung

Mit der neuen Geschäftseinteilung werden im Bildungsministerium eine Sektion, alle zwölf bisher bestehenden Gruppen, 24 Abteilungen und 31 Referate aufgelöst. Im Büro von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) begründet man dies mit der im Zuge der Verwaltungsreform gewünschten "schlanken und effizienten Verwaltung". Außerdem würden durch die Einführung des neuen Universitätsgesetzes viele Kompetenzen an die Universitäten verlagert.

Frühpensionisten sollen für Universitäten arbeiten

Gerade hier setzt aber Basts Kritik an. Die Republik bezahle hoch qualifizierte Personen, die das gesetzliche Pensionsalter noch nicht erreicht hätten, "dafür dass sie spazieren gehen". Gleichzeitig werde den Unis aber erklärt, es gebe 2003 kein Geld für zusätzliches Personal, das die Unis für die Umsetzung der Reform dringend benötigen würden. Bast ortet in dem Plan, "Personen lieber für's Nichtstun zu bezahlen, als deren Expertise den Universitäten zur Verfügung zu stellen", einen "empörenden Zynismus". Diese Beamten, die das Ministerium offenbar nicht mehr brauche, sollten bis zu ihrem Pensionsantritt den Universitäten zugeteilt werden. Im Bildungsressort entgegnet man dem, dass die Beamten, die in Vorruhestand treten, ohnedies bald das gesetzliche Pensionsalter erreichen würden.

Nach Angaben aus dem Büro Gehrers wird die ehemalige Präsidialsektion des Wissenschaftsministeriums aufgelöst, der bisherige Sektionschef Wolf Frühauf erhalte neue Aufgaben. Einen pensions-bedingten Wechsel gibt es an der Spitze der Forschungs-Sektion: Raoul Kneucker tritt mit Jahresende in den - regulären - Ruhestand, die Nachfolge wird ausgeschrieben. (APA)

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