Kurkuma als Hautschutz

14. Oktober 2002, 10:00
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Das milde gelbliche Gewürz könnte Patienten in der Strahlentherapie zugute kommen

Rochester - Forscher der University of Rochester sehen im natürlichen Farbstoff Kurkumin des Currygewürzes Kurkuma (Gelbwurz) eine neue Methode, die Haut im Zuge einer Strahlentherapie zu schützen. Es seien zwar weitere Forschungsarbeiten nötig, Krebspatienten könnten den Genuss von Curry-hältigen Speisen während einer Strahlenbehandlung aber bereits in Erwägung ziehen, so die Uni in einer Aussendung. Die Studie wurde auf dem 44. Jahrestreffen der American Society for Therapeutic Radiology and Oncology in New Orleans präsentiert.

Kurkumin ist eine natürliche entzündungshemmende Substanz. Es ist bereits bekannt, dass Kurkumin das Wachstum von Blutgefäßen in Tumoren unterdrücken kann. Dieser Prozess, der als Anti-Angiogenese bezeichnet wird, schneidet gewissermaßen die Nährstoffzufuhr zum Tumor ab. Forscher des Wilmot Cancer Centers haben einen weiteren Vorteil der Substanz entdeckt. In einer Pilotstudie an 200 Mäusen stellten sie fest, dass Kurkumin die Haut vor Verbrennungen und Blasen, wie sie während Strahlenbehandlungen auftreten können, schützt. "Wenn eine natürliche Substanz ein Hilfsmittel zum Schutz vor Schädigungen darstellt, ist dies eine Gewinn-Situation", erklärte Paul Okunieff vom Wilmont Cancer Center.

Laut dem von Ivan Ding geleiteten Forschungsteam, das den Einfluss verschiedener Kurkumin-Mengen als Schutz für die Haut bei Mäusen bei einer Strahlungstherapie untersuchte, waren die Unterschiede der Hautschäden drastisch. "Behandelte Mäuse hatten weniger Verbrennungen und Blasen", erklärte Ding. Die Versuchstiere erhielten über fünf bis sieben Tage drei verschiedene Mengen an Kurkumin. Am fünften Tag erhielten die Mäuse eine Einzel-Strahlungsdosis. Nach 20 Tagen zeigte sich, dass Kurkumin-Mäuse minimale Hautschäden davon trugen. Zudem stellten die Forscher fest, dass die Substanz die Entwicklung neuer Zellen im Bereich des Tumors unterdrückt - was die Wirkung der Strahlung fördert.

Noch kann aber nicht behauptet werden, dass Kurkumin die Antwort für die Prävention vor Hautschäden ist. Die Forscher wollen Kurkumin in Kombination mit anderen entzündungshemmenden Bestandteilen einer weiten Prüfung in unterziehen. (pte)

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