Drogen am Steuer werden in Frankreich künftig härter bestraft

8. Oktober 2002, 14:17
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Parlament beschließt zwei Jahre Haft und 4.500 Euro Geldstrafe

Angesichts der Zahl von fast 8.000 Verkehrstoten im Jahr hat die französische Nationalversammlung am Dienstag harte Strafen für Drogen am Steuer beschlossen. Die gesetzliche Neuregelung, die vor allem auf Haschisch-Konsumenten abzielt, sieht Haftstrafen bis zu zwei Jahren und Geldstrafen von 4.500 Euro vor.

Studien deuten darauf hin, dass bei jedem sechsten tödlichen Unfall Cannabis im Spiel ist. In der Altersklasse der 18- bis 25-Jährigen haben trotz gesetzlichen Verbots in Frankreich mehr als 45 Prozent schon Haschisch konsumiert.

Verringerung der Verkehrsunfälle politische Priorität

Bevor der Beschluss der Pariser Nationalversammlung Gesetzeskraft erhält, muss er noch vom Senat gebilligt werden. Präsident Jacques Chirac zählt eine rasche Verringerung der Verkehrsunfälle zu seinen politischen Prioritäten. Bei jährlich rund 2.500 Todesfällen im Straßenverkehr ist in Frankreich Alkohol im Spiel.

Über die genauen Auswirkungen von Haschisch am Steuer gibt es keine zuverlässigen Studien. Der Nachweis ist schwierig, allgemein anerkannte Grenzwerte gibt es nicht. Die berauschenden Substanzen aus Cannabis sind nur durch einen Bluttest eindeutig nachzuweisen. Zu den illegalen Drogen, die vor allem von Jugendlichen in Frankreich konsumiert werden, gehören halluzinogene Pilze (rund fünf Prozent) sowie Amphetamine, Kokain und LSD (jeweils rund zwei Prozent). (APA/AFP)

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