EUnet korrigiert Umsatzziel nach oben

8. Oktober 2002, 14:18
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ISP-Pionier will über Qualität und Service weiter wachsen

Der nach dem Konkurs der KPNQwest wiederauferstandene Business-Service-Provider EUnet arbeitet bereits auf vollen Touren. "Wir haben seit dem ersten Tag der Übernahme Gewinne geschrieben", meinte der Ex-Chef und nunmehrige Aufsichtsrat Herbert Herdlicka am Dienstag, vor Journalisten. Bereits jetzt liege die heuer im Juli neu gegründete EUnet im Plan und werde das laufende Rumpfgeschäftsjahr (Juli 2002 - Dezember 2002) mit einem positiven Ergebnis abschließen. Die ursprünglichen Umsatzschätzungen wurden nach oben korrigiert. Der beim Start genannte "Worst-Case-Szenario"-Umsatz von 14 Mio. Euro werde in den ersten zwölf Monaten mit 18 Mio. Euro klar übertroffen. Das Ergebnis sollte "deutlich positiv" sein.

"Wir befinden uns gerade in einer Definitionsphase."

Der Joint Venture-Capitalist Global Equity Partners (63,29 Prozent) und die Volksbank Investmentbank AG (36,71 Prozent) hatten die heimischen Gesellschaften von KPNQwest, die für das Kundengeschäft verantwortliche KPNQwest Austria, die für den Infrastrukturbereich verantwortliche KPNQwest Assets Austria und die zuletzt aktivitätslose KPNQwest Services, zu jeweils 100 Prozent, rückwirkend per 7. Juni (Anm.: dem Tag der Insolvenz) übernommen . Nun gelte es neue Geschäftsfelder zu finden, so CEO Ferdinand Leitner. "Wir befinden uns gerade in einer Definitionsphase." Oberste Ziele seien dabei die Kundenzufriedenheit und die Steigerung der Profitabilität. EUnet zählt laut eigenen Angaben rund 40 Prozent der heimischen Top-500-Unternehmen zu seinen Kunden und will weiter wachsen. "Gerade im Bereich hohe Bandbreiten sehe ich noch gute Chancen", sagte Leitner. Er merkte an, dass in der "Übergangsphase" seit dem Neustart keine Kunden abgesprungen sind.

Mitarbeiterbeteiligungs-Programm

Der Provider beschäftigt gegenwärtig 56 Mitarbeiter. Bis Jahresende soll ein Mitarbeiterbeteiligungs-Programm ausgearbeitet werden. "Dieses richtet sich nicht nur an das Management, sondern an jeden Mitarbeiter", meinte Leitner. EUnet will sich künftig vor allem über die Servicequalität von der Konkurrenz abheben. "Wir arbeiten derzeit intensiv an der Prozessoptimierung der Kundenservices und werden noch bessere Service-Level-Agreements im Sinne unserer Kunden anbieten." Man könne dabei auf ein flächendeckendes Netz von Vertriebs- und Solution-Partnern zurückgreifen, das auch "durch das KPNQwest-Intermezzo" nicht gelitten habe. Einem möglichen Börsengang des Unternehmens erteilt Herdlicka eine klare Absage. "In diesem Segment gehen derzeit nur Selbstmörder an die Börse." Die "Goldgräbermentalität" im IT-Bereich sei nun endlich vorbei, ergänzte Leitner. (pte)

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