Umweltverbände stellten Forderungskatalog an Parteien

8. Oktober 2002, 14:13
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Verbesserung von Klimaschutzpolitik und Anti-Atompolitik-Kurs gefordert

Wien - Knapp sieben Wochen vor der Nationalratswahl haben am Dienstag vier Österreichische Umweltorganisationen mit ihrem "Wahlkampfauftakt" begonnen. Die künftige Regierung müsse nicht nur die Klimaschutzpolitik verbessern, sondern einen konsequenteren Anti-Atompolitik-Kurs sowie einen verbesserten Tier- und Konsumentenschutz ansteuern, lauteten die Forderungen der Umweltverbände Greenpeace, WWF, Global 2000 und der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Bis zum 25. Oktober sollen die Parteileitungen "verbindliche Beschlüsse" zu jenen zehn Punkten fassen, die diese bei einer Regierungsbeteiligung umsetzen wollen. Die Rückmeldungen wollen die Vertreter der Umweltorganisationen schließlich an die Bevölkerung quasi als "Entscheidungshilfe" weiterleiten. "Die ökologischen Versäumnisse der scheidenden Regierung sind enorm", resümierten die Experten. Die Wiederherstellung eines eigenständigen Umweltministeriums sei daher vonnöten.

Österreich nehme beim Klimaschutz derzeit eine "Nachzügler"-Rolle ein, auch in der EU habe unser Land bei der Anti-Atompolitik "ziemlich verloren", erklärte Erwin Mayer von Greenpeace. Der Atomstromimport nach Österreich müsse gestoppt und eine lückenlose Stromkennzeichnung angestrebt werden. Bei der jetzt anstehenden Aufstockung der Euratom-Kredite für neue Atomkraftwerke dürfe es keine Zustimmung Österreichs geben. Um eine nachhaltige Entwicklung in puncto Klimaschutz garantieren zu können, müsse "die Regierung die Ziele höher stecken und eine grundsätzliche Wende von einer Öl- und Gaswirtschaft auf eine Biomasse-Sonnenwirtschaft vorantreiben", forderte Global 2000-Experte Karl Schellmann.

Auch bei der Gewässerpolitik habe Schwarz-Blau "versagt", wie die Flutkatastrophe des Sommers gezeigt habe, zeigte Stefan Moidl vom WWF auf. Um weitere Katastrophen zu vermeiden, müssten unter anderem insgesamt 84.000 Hektar Boden an die Flüsse zurückgegeben werden. (APA)

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