Albertina kündigt Adolf Loos-Schwerpunkt an

10. Oktober 2002, 13:00
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Große Ausstellung 2004 mit Nachlass und TU-Modellen

Wien - Die Wiener Albertina plant für 2004 eine große Adolf Loos-Ausstellung. Neben dem Nachlass des weltberühmten Wiener Architekten, der nach der jüngsten Entscheidung im Rechtsstreit um das Loos-Archiv nun im Besitz der Albertina und ihrer Architektursammlung bleibt, besitzt die Albertina auch jene 48 Loos-Modelle, die an der technischen Universität an den Instituten von Anton Schwaighofer und Hans Puchhammer gefertigt wurden, heißt es in einer Aussendung der Albertina am Donnerstag.

Dass der Loos-Nachlass bei der Albertina verbleibt, schaffe für diese die Möglichkeit, "ein Zentrum der Architektur der klassischen Moderne zu sein", wird Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder in der Aussendung zitiert.

Im Nachlass befinden sich rund 900 Zeichnungen, darunter der Chicago-Tribune-Tower in Form einer dorischen Säule, weiters 700 Fotografien, Original-Modelle, Bücher und Korrespondenzen, etwa zwischen Adolf Loos und Oskar Kokoschka. Er wurde bereits wissenschaftlich bearbeitet, an seiner Digitalisierung wird derzeit gearbeitet.

Ein jahrelanger Rechtsstreit um das "Adolf Loos- Archiv" eurde zuvor entschieden. Der Oberste Gerichtshof hat die Klage der Alleinerbin nach Elsie Altmann-Loos, der Witwe des Architekten, abgewiesen. Esther Maria G. hatte die Herausgabe des Archivs begehrt, da die Republik auf unrechtmäßigem Weg in den Besitz der Gegenstände gelangt sei. Der OGH bescheinigt jedoch im Erkenntnis 2 Ob144/02v der beklagten Partei, sie habe "gutgläubig Eigentum erworben". Die Albertina kann daher die Sammlung behalten. (APA)

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