Kaprun-Prozess wird beschleunigt

9. Oktober 2002, 14:47
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Zeitlücken und Pausen werden zum Verlesen von Akten genützt

Salzburg - Richter Manfred Seiss machte am Mittwoch seine Ankündigung wahr, den Kaprun-Prozess zu beschleunigen. In einer Zeitlücke, die sich durch das raschere Befragen der Zeugen aufgetan hatte, begann er mit der Verlesung des Aktes, der aus insgesamt 64 Bänden besteht.

Fünf Bände konnten so in dieser Zeitlücke bereits verlesen werden. Seiss kündigte auch an, dass er in der nächsten Woche am Dienstag und Mittwoch neben der Hörung weiterer Zeugen auch mit der Vorführung der Filme beginnen werde, die dem Akt angeschlossen sind.

Die Befragung der erste Zeugen brachten heute keine besonderen Erkenntnisse. Einige schilderten, dass es bei Fahrten vor der Katastrophe gelegentlich zu Stopps der Züge der Gletscherbahn Kaprun mitten im Stollen gekommen sei. Und auch die Befragung des Obmannes der Kapruner Bergrettung, der mit einem Kollegen als allererster zur ausgebrannten Garnitur aufgestiegen war, dauerte mangels neuer Erkenntnisse nur wenige Minuten. Bei der Verlesung des Aktes bestanden die Verteidiger nur auf die tatsächliche Verlesung jener Schreiben, die den Sachverständigen Anton Muhr betreffen (bei ihm steht bekanntlich noch die Entscheidung aus, ob er als Sachverständiger abberufen wird, Anm.).

Am späteren Vormittag soll noch ein Chemiker der Kriminaltechnischen Zentralstelle aussagen, am Nachmittag steht der Kapruner Bürgermeister Norbert Karlsböck im Zeugenstand. (APA)

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