Deutsche Bank erhält Zuschlag

8. Oktober 2002, 13:29
posten

40 Prozent der Spinger-Anteile gehen für 667,3 Millionen Euro an den einzigen Bieter

Die Deutsche Bank hat Leo Kirchs 40-prozentigen Anteil am Axel Springer Verlag für knapp 667,3 Millionen Euro ersteigert. Wie erwartet war die Bank auf der Auktion in Frankfurt am Dienstag einziger Bieter für das bereits an sie verpfändete Paket. Der zuständige Notar Karl-Heinz Schmiegelt erteilte dem Kreditinstitut den Zuschlag für insgesamt gut 13,6 Millionen Springer-Aktien zum Kaufpreis von 667,277 Millionen Euro. Das Mindestgebot lag damit exakt beim Kassakurs vom Dienstag in Höhe von 49,00 Euro je Aktie.

Keine finanzielle Belastung

Als Eigentümer der Beteiligung kann das Kreditinstitut das Aktienpaket jetzt ohne Zeitdruck verwerten, da keine Zwangsversteigerung oder etwa längere Rechtsstreitigkeiten mit nachrangigen Kirch-Gläubigern drohen. Für die Bank ergibt sich keine finanzielle Belastung, da es sich um einen Tausch von einem Kredit in eine Beteiligung handelt.

In Unternehmenskreisen hieß es, die Deutsche Bank wolle zehn Prozent am Springer-Verlag an die Verlegerwitwe Friede Springer weiterveräußern, die ihren Anteil damit auf rund 60 Prozent aufstockt. Die Deutsche Bank bestätigte, dass sie bereits Gespräche mit Friede Springer über den Verkauf eines entsprechenden Anteils führt.

"Eine vorübergehende Finanzbeteiligung"

Außerdem erklärte ein Bank-Sprecher, das Kreditinstitut werde wenn attraktive Angebote vorliegen, das gesamte Springer-Paket veräußern. "Das ist für uns eindeutig eine vorübergehende Finanzbeteiligung." Die Deutsche Bank plane zudem nicht, das Stimmrecht für die erworbenen Aktien auszuüben.

Der 40-prozentige Anteil am Axel Springer Verlag diente der Deutschen Bank als Pfand für einen Kredit über 720 Millionen Euro. Der Marktwert des Pakets beträgt derzeit nur 680 Millionen Euro. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.