China pflegt seine historischen Stätten

8. Oktober 2002, 12:57
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Die Olympischen Spiele geben Ansporn zum Kulturgüterschutz

Peking - Mit einem umfangreichen Plan zur Bewahrung des Kulturerbes will die chinesische Führung den Abriss und Verfall historischer Stätten in der Hauptstadt Peking stoppen. Bis 2008, wenn die Stadt die Olympischen Spiele beherbergt, sollen weitere 75 Millionen Euro in die Restaurierung von Baudenkmälern, Seen und Parks fließen, berichtete die staatliche Tageszeitung "China Daily" am Dienstag.

Fast die Hälfte des Stadtzentrums soll dem Projekt des städtischen Planungsbüros zufolge unter besonderen Schutz gestellt werden. Die kleinen Gassen mit traditionellen Wohnhäusern und Innenhöfen in der Altstadt mussten in den vergangenen Jahren zunehmend breiten Autobahnen, Einkaufszentren und Hochhäusern Platz machen.

Mit dem Bewahrungsplan reagiere die Verwaltung auf "das grundlegende Dilemma zwischen dem Schutz der Vergangenheit und dem Bau der Zukunft", sagte der Stadtplaner Chen Jianjun der Zeitung. Zu den unter Schutz gestellten mehr als 2.600 Hektar zählt insbesondere die Verbotene Stadt, der frühere Kaiserpalast am Platz des Himmlischen Friedens. Auch maximale Höhen, traditionelle Farben und die Formen der Dächer werden für Neubauten und Renovierungen vorgeschrieben. Kritiker fürchten, in Randgebieten werde die Modernisierung der Stadt auch in Zukunft kaum gebremst vorangetrieben. Erklärtes Ziel der Regierung ist es, die Infrastruktur in der Hauptstadt bis zu den Olympischen Spiele 2008 stark auszubauen. (APA)

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    Am Rande der Verbotenen Stadt

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