Weniger Arbeitslose in Deutschland

8. Oktober 2002, 12:26
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Zahl der Job-Suchenden erstmals wieder unter vier Millionen

Nürnberg/Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland im September wieder unter die Marke von vier Millionen gesunken. Genau 3,941.800 Menschen waren ohne Arbeit, teilte die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg am Dienstag mit. Das waren 76.400 weniger als im August dieses Jahres, aber 198.800 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 9,6 Prozent im August auf 9,5 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, erwartet einen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt erst 2003. Er sagte vor Journalisten, in diesem Jahr werde es keine Konjunkturbelebung mehr geben. Auch im kommenden Jahr werde es dauern, ehe sich der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar mache.

Positive Signale

Als positiv bewertete es Gerster, dass der Rückgang im September deutlich stärker als im vergangenen Jahr ausgefallen sei. Zu der Entlastung habe auch der verstärkte Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen beigetragen.

Saisonbereinigt gab es allerdings nahezu keine Veränderung. Im Vergleich zum Vormonat ging die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Zahl der Erwerbslosen lediglich um 1.000 auf 4,098 Millionen zurück.

Clement-Nominierung begrüßt

In den westdeutschen Bundesländern verringerte sich die Arbeitslosenzahl im September um 36.700 auf 2,594.400 (Quote: 7,7 Prozent). In den ostdeutschen Bundesländern sank sie um 39.700 auf 1,347.500 (Quote: 17,2 Prozent). Der Vorjahresstand wurde im Westen um 172.500 und im Osten um 26.300 überschritten.

Gerster begrüßte die Berufung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement zum neuen Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. Clement werde reformerisch an seine Aufgabe herangehen. Gerster erwartet von der Zusammenlegung der Ressorts Synergieeffekte.

Der scheidende deutsche Arbeitsminister Walter Riester wertete die jüngste Entspannung am Arbeitsmarkt als Ergebnis der Arbeitsmarktpolitik. Die Arbeitslosigkeit sei "allerdings nach wie vor zu hoch". Mit der Umsetzung der Vorschläge für Reformen auf dem Arbeitsmarkt werde sich die Dynamik "weiter beschleunigt".

Die konservative Opposition machte die rot-grüne Regierung für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit mit verantwortlich. Ohne einen klaren Kurswechsel lasse sich nicht bekämpfen. (APA/dpa)

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