Kein Waffenstillstand für Burundi

8. Oktober 2002, 10:27
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Rebellen sagen aber Dialog zu - Hutu-Milizen kämpfen gegen Tusi-Minderheitsregierung unter Präsident Buyoya

Nairobi/Daressalam - Erneut ist ein Waffenstillstandsvertrag für das Bürgerkriegsland Burundi an der Verweigerung einer Rebellengruppe gescheitert. Wie fünf afrikanische Staatschefs nach einem Gipfel in der tansanischen Regierungsstadt Daressalam am Montagabend mitteilten, weigere sich eine Fraktion der größten Hutu-Rebellengruppe, ein ausgearbeitetes Abkommen zu unterzeichnen. Die Gruppe der "Kräfte zur Verteidigung der Demokratie" (FDD) habe jedoch zugesagt, den Dialog mit der Regierung von Präsident Pierre Buyoya innerhalb eines Monats fortzusetzen.

Die Präsidenten Burundis, Tansanias, Kongos, Ugandas und Südafrikas sowie der ehemalige südafrikanische Staatschef Nelson Mandela hatten nach Wegen gesucht, um die festgefahrenen Friedensgespräche des ostafrikanischen Lands zu beleben.

In Burundi kämpfen Milizen vom Stamm des Mehrheitsvolkes der Hutu gegen die Minderheitsregierung der Tutsi unter Präsident Pierre Buyoya. Unter Mandelas Vermittlung hatten die Kriegsparteien im vergangenen November eine gemeinsame Übergangsregierung unter Buyoya vereidigt. Sie ist Teil des Friedensprozesses und sieht nach eineinhalb Jahren einen Machtwechsel zu Gunsten eines Hutus vor. Doch radikale Milizgruppen leisten nach wie vor Widerstand gegen das Abkommen. In dem Krieg kamen bereits über 200.000 Menschen ums Leben. (APA/dpa)

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