Afrikaner-Partei gewinnt Wahlen in Trinidad und Tobago

8. Oktober 2002, 09:33
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Premierminister Manning erklärte sich kurz nach Mitternacht zum Wahlsieger

Port of Spain - Die regierende Nationale Volksbewegung (PNM) von Premierminister Patrick Manning hat die vorgezogenen Parlamentswahlen in Trinidad und Tobago vom Montag nach den am Abend vorliegenden Ergebnissen klar gewonnen. Wie Radiosender meldeten, errang die PNM, die sich traditionell auf die Bürger schwarzer Hautfarbe stützt, 20 von 36 Sitzen. Der Vereinigte Volkskongress (UNC), dessen Anhängerschaft sich vor allem aus den Nachfahren der indischen Einwanderer rekrutiert, landete mit 16 Sitzen auf Platz zwei. Manning, der schon von 1991 bis 1995 regiert hatte, erklärte sich kurz nach Mitternacht am Dienstag (Ortszeit) zum Wahlsieger.

Patt zwischen Inder- und Afrikaner- Partei

Die dritten Wahlen in drei Jahren waren nötig geworden, weil vorgezogene Parlamentswahlen im Dezember 2001 ein Patt von jeweils 18 Sitzen für die Inder- und für die Afrikaner-Partei ergeben hatten. UNC-Chef Basdeo Panday, der seit 1995 als erster Hindu-Premier in der Geschichte der Karibikrepublik Trinidad und Tobago regierte, hatte jene Neuwahlen nur ein Jahr nach seiner Wiederwahl ansetzen müssen, nachdem ihm drei seiner Minister wegen Korruptionsskandalen die Gefolgschaft aufgekündigt hatten.

Nach dem Patt ernannte Staatspräsident A.N.R. Robinson, dem eine politische Feindschaft mit Panday nachgesagt wird, am 24. Dezember 2001 den PNM-Führer Patrick Manning zum Premierminister, obwohl der UNC insgesamt mehr Stimmen bekommen hatte. Ohne parlamentarische Mehrheit sah sich Manning aber nicht in der Lage zu regieren.

Erdöl- und Erdgasvorkommen

Trinidad und Tobago ist dank seiner Erdöl- und Erdgasvorkommen und einer expandierenden petrochemischen Industrie eines der reichsten Länder der Karibikregion. Bei Wahlen geben die Bürger ihre Stimme traditionell gemäß ihrer Volksgruppenzugehörigkeit ab; die Trennlinien beginnen sich aber ganz langsam aufzuweichen. Angaben des Statistischen Büros des Landes zufolge sind von den 1,3 Millionen Einwohnern Trinidads und Tobagos 40,3 Prozent indischer und 39,6 Prozent afrikanischer Abstammung. 18,4 Prozent sind Mischlinge, die übrigen sind Chinesen oder Weiße.(APA/dpa)

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