Klamotte statt Klassiker

8. Oktober 2002, 11:57
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Herr und Knecht: Steinböck und Rudle als "Frank 'n' Stein"

Warum Herr Frank und sein Assistent, Herr Stein, doch nicht, wie angekündigt, in der Lage sind, im Rahmen der Woche des alten Films Frankenstein zu zeigen, ist zwar ein bisschen weit hergeholt. Aber gut, es sei: Herbert Steinböck und Gerold Rudle erzählen beziehungsweise spielen den Klassiker aus 1932 mehr oder weniger eins zu eins nach. Das ist keineswegs neu. Denn schon vor vier Jahren haben sich die Kabarettisten Steinböck & Rudle an Ken Campbells Stück "Frank 'n' Stein" versucht. Doch nun versicherten sich die beiden professioneller Hilfe. Und Regisseur Hanspeter Horner trieb ihnen das permanente Hinspielen auf die Pointe aus: Entstanden ist ein turbulenter Abend mit hohem Ablachwert und gar nicht so plumpen Charakteren. Steinböck gibt den Kinobetreiber als eiskalten, arroganten Chef und unangenehmen Besserwisser, Rudle brilliert als devoter, kindlich-naiver, aber dann doch wieder schlagfertiger Knecht in Nestroyscher Manier. Ein bisschen Endspiel klingt dabei an: Herr und Diener bedingen einander eben. Die meiste Zeit aber wird geblödelt, geturnt und gestritten, die beiden Kabarettisten, die einst Schauspieler waren (und es nun wieder sind), schlüpfen in alle Rollen, garnieren den Plot mit aktuellen Bezügen und zünden ein Feuerwerk an Gags. Und als grunzendes Monster ist Rudle übrigens unschlagbar. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2002)
Kulisse
1170 Wien
Rosensteingasse 39
bis 12. 10.
01/485 38 70
20 Uhr


Danach, von 22.-26. 10., im Vindobona

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    foto: kulisse
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