Publikumsvertreter der Volksoper in "heller Aufregung"

8. Oktober 2002, 11:04
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Künstler könnten abspringen, weil Mentha bereits kommende Saison keine Verträge mehr abschließen darf

Wien - 71 Stimmen konnte Franz Kepreda bei der Ende September durchgeführten Wahl zum Publikumsforum der Volksoper Wien auf sich vereinen, so viel wie kein anderer Kandidat. Auch wenn die gewählten vier Besucher-Vertreter erst ab 17. Dezember offiziell im Amt sind, stellten sie sich bereits am vergangenen Freitag dem noch amtierenden Volksopern-Leiter Dominique Mentha vor. Und was sie dort erfuhren, "hat uns in helle Aufregung versetzt", meinte Kepreda Montag Nachmittag: Für die kommende Saison darf Mentha keine Verträge mehr abschließen. In einem der APA vorliegenden Brief an Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer und Kunststaatssekretär Franz Morak (V) hat Kepreda nun Alarm geschlagen.

Verlust von Weltklasse-Künstlern

"Wir haben ein junges und tolles Ensemble und ein sehr gutes Orchester. Das ist Dominique Mentha gutzuschreiben, zu dessen Ansichten ich vielfach kontroversiell eingestellt bin, was er weiß", schreibt der designierte Publikumsvertreter. "Die derzeitige Situation ist so, dass Dominique Mentha für die nächste Saison keine neuen Verträge abschließen darf. So droht uns, einen Bariton mit Weltklasseformat, Morten Frank Larsen, und eine ebenso großartige Mezzosopranistin, Annely Peebo, die von großen internationalen Bühnen umworben werden, zu verlieren", heißt es weiter in dem Brief.

Keine Reaktion aus Volksoperdirektion

Die Direktion der Volksoper wollte dazu keine Stellungnahme abgeben und verwies auf den Holding-Chef Georg Springer. Dieser war vorerst in einer Sitzung und daher für eine unmittelbare Reaktion nicht erreichbar.

Der Brief des künftigen Publikumsvertreters nimmt auch auf die Bestellung des künftigen Direktors Bezug: "Wir wollen in Zukunft einen Direktor, der 24 Stunden am Tag, und das an sieben Tagen der Woche, die Volksoper lebt. Nicht jemanden, der das künstlerische Personal und die Volksoper heruntermacht und dadurch dem Haus schadet oder es nebenher führt." (APA)

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