Transitgegner blockieren am 25. Oktober auch die Tauernautobahn

8. Oktober 2002, 10:37
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Parallel-Aktion zu den Sperren der Inntalautobahn und der Fernpassroute in Tirol

Reutte/Innsbruck/Salzburg - Nicht nur in Tirol, sondern auch im Land Salzburg wird am 25. Oktober eine wichtige Transitroute blockiert. Parallel zu den Aktionen des Transitforums im Unterinntal und der so genannten "Alpentransit Außerfern ATA" auf der Fernpassroute werden auch Autobahnanrainer aus Zederhaus im Salzburger Lungau für zwölf Stunden die Tauernautobahn lahm legen. Das wurde bei einer Versammlung in Zederhaus beschlossen.

Unklar ist derzeit aber noch, ob die Blockade im Lungau oder auf der anderen Seite des Tauerntunnels in Flachau (Pongau) durchgeführt wird. Das soll mit der ÖSAG noch abgeklärt werden. Die Sperre richtet sich gegen die Zunahme des Transitverkehrs. Vor allem wird gegen das Auslaufen des Ökopunkte-Systems durch die EU protestiert.

Transitblockade auch im Außerfern

Protestiert wird auch am Fernpass im Außerfern. Die von Alpentransit Außerfern organisierte "Versammlung" auf der B179 im Bereich Biberwier wird sechs Stunden - von 12 bis 18 Uhr - dauern, also halb so lang wie jene des Transitforums auf der Autobahn bei Vomp.

Mit der Fernpass-Blockade wird vor allem gegen den dauerhaft "wachsenden Druck" auf Nebenstrecken wie am Fernpass, Reschen, Felbertauern oder Phyrn protestiert. Auf der Fernpassroute sei der Lkw-Transit in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich 20,8 Prozent gestiegen, heißt es bei Alpentransit Außerfern. Und dieser Druck werde weiterwachsen sollte nach Auslaufen des Transitprotokolls ab 2004 die mengenmäßige Begrenzung der Fahrten abgeschafft werden, wie dies die EU-Kommission mit Einverständnis der Bundesregierung plant.

Denn bei Zunahme des Lkw-Verkehrs im Inntal würden die zu erwartenden Überschreitungen der Luft-Grenzwerte gesetzlich zwingend weitere Fahrverbote (neben dem jüngst eingeführten Nachtfahrverbot) nach sich ziehen, die Ausweichrouten dadurch also mehr belastet.

Begründet wird der Protest am Fernpass zudem mit dem Rückgang örtlicher Lkw-Kontrollen: Das Ökopunkte-Krontollgerät komme wegen der Einsparungen des Bundes nur mehr sporadisch zum Einsnatz, zudem sei Ende 2001 in Reutte die Verkehrsabteilung geschlossen worden.

Weitere Protestkundgebungen auf den Ausweichrouten werden dem Vernehmen nach auch in Osttirol vorbereitet.(bs/DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2002/APA)

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