UNO-Tag zur Verhinderung von Naturkatastrophen am Mittwoch

7. Oktober 2002, 16:47
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Annan: "Investitionen in Schutzmaßnahmen fördern nachhaltige Entwicklung in den Bergen"

Wien - Der Internationale Tag zur Verhinderung von Naturkatastrophen der UNO nimmt heuer Bezug auf das laufende Jahr der Berge. Das Motto am Mittwoch (9.10.) lautet "Verhütung von Naturkatastrophen für eine nachhaltige Entwicklung in den Bergen". Berge gehören laut UNO zu den bio-geographischen Gebieten, die weltweit am meisten gefährdet sind. Ihr Wasser versorgt mehr als die Hälfte aller Menschen. Durch ihre Empfindlichkeit gegenüber äußeren Eingriffen sind Berge extrem anfällig für Naturkatastrophen. Ungefähr ein Zehntel der Weltbevölkerung, von dem 80 Prozent zu den Ärmsten der Armen gehören, lebt in Bergregionen.

Katastrophengefährdete Zonen

UNO-Generalsekretär Kofi Annan betonte, dass Armut Menschen oft zwinge, in besonders katastrophengefährdeten Zonen zu leben: an steilen Abhängen, am Fuß eines Vulkans oder in Gebieten mit erhöhtem Erdebenrisiko. Durch unsachgemäße Landnutzung und wirtschaftliches Missmanagement erhöhe sich die Gefahr noch. Naturkatastrophen wirken sich dann verheerend aus: Muren, Lawinen, Erdbeben und Hochwasser kosten unzählige Menschenleben.

Forscher haben festgestellt, dass in den Jahren 1900 bis 1988 weltweit mehr als 1,6 Millionen Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben gekommen sind. Für die Zukunft sagen sie noch mehr betroffene Gebiete und höhere materielle Verluste voraus. Ein Beispiel: Nur in Tirol werden laut UNO jährlich Schäden in der Höhe von rund vier Millionen Euro durch Lawinen, Muren und Überschwemmungen verursacht.

Verluste verringern

Schutzmaßnahmen können die Verluste verringern. Österreich verfüge darin über ausgiebige Erfahrungen, stellten die Vereinten Nationen in einer Aussendung fest: "In alpinen Regionen ist es üblich geworden, lawinengefährdete Zonen zu markieren und Wildbäche zu verbauen, eine Bundesstelle für Wildbach- und Lawinenverbauung gibt jährlich 115 Millionen Euro für diese und ähnliche Schutzmaßnahmen aus. Forschungen und Informationsprojekte, die sich mit Naturkatastrophen beschäftigen, werden von der Regierung ebenfalls unterstützt."

"Mehr Investitionen in vorbeugende Schutzmaßnahmen fördern eine nachhaltige Entwicklung in den Bergen", so Annan. Der Internationale Tag zur Verhütung von Naturkatastrophen wolle weltweit Aufmerksamkeit für Schutzmaßnahmen wie jene in Österreich wecken. (APA)

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