Kirchs Springer-Anteil kommt unter den Hammer

7. Oktober 2002, 15:46
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Deutsche Bank wird sich vermutlich selbst den Zuschlag erteilen

Die Deutsche Bank versteigert am Dienstag in Frankfurt den 40-prozentigen Anteil des Medienunternehmers Leo Kirch am Axel Springer Verlag. Bei der Auktion in einem Hotel wird sich vermutlich das Kreditinstitut selbst den Zuschlag erteilen müssen. Am Finanzplatz Frankfurt wird nicht damit gerechnet, dass ein anderer Interessent den Finger hebt. Die Bank hat ein Pfandrecht auf das Paket, mit dem ein Kredit von 735 Millionen Euro an Leo Kirch abgesichert ist.

Insolvenantrag als Strich durch die Rechnung

Allerdings könnte dieser die Auktion mit einem Insolvenzantrag für die PrintBeteiligung, in der die Springer-Anteile liegen, in letzter Minute verhindern. In diesem Fall wäre nach Einschätzung aus Kirch- Kreisen erst einmal der Insolvenzverwalter am Zug, der dann einen Käufer für das Paket präsentieren könnte. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten kaum Interessenten. Unklar ist auch, ob die Deutsche Bank überhaupt über die Springer-Beteiligung verfügen kann, wenn es zur Insolvenz kommt.

Springer und Ringier: "In Ruhe weiter verhandeln"

Die bisher einmalige Versteigerung eines Unternehmenspaketes ist mit dem Springer Verlag abgesprochen. Dessen Verhandlungen mit dem Schweizer Großverlag Ringier über einen Einstieg dauern an. "Wir sprechen weiter miteinander", sagte eine Springer-Sprecherin, ohne Details zu nennen. Es "gibt keinen neuen Sachstand."

In Branchenkreisen hieß es, sollte das Kirch-Paket bei der Deutschen Bank landen, würden Springer und Ringier weiter "in Ruhe" verhandeln können. Parallel dazu werde ein späterer Börsengang vorbereitet, wenn die Verhandlungen mit den Schweizern scheitern. Ringier verlangt mehr Einfluss im Verlag, als Verlegerwitwe Friede Springer zugestehen will. (APA/dpa)

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