Wien startet Pilotprojekt für Parkscheine per Handy

8. Oktober 2002, 17:24
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1.000 Bürger prüfen Alltagstauglichkeit von "M-Parking" - "Park-Sheriff" überprüft per GPRS

3,5 Millionen Parkscheine werden in der Bundeshauptstadt pro Monat gekauft. Diese könnten künftig per Handy bezahlt werden, sofern sich das Pilotprojekt "M-Parking" der Stadt Wien, das heute, Montag, von Vizebürgermeister Sepp Rieder (S) präsentiert wurde, durchsetzt. In einem dreimonatigen Versuch sollen in den kommenden Monaten 1.000 ausgewählte Teilnehmer sowie vier bis fünf Parkraumüberwacher die Alltagstauglichkeit des geplanten Systems erproben.

"Virtuelles" Parkscheinkonto

Voraussetzung für das "virtuelle" Parkscheinkonto, das gemeinsam von Siemens Business Services und der entwickelt wurde, ist ein Mobiltelefon mit SMS-Funktion - egal von welchem Mobilfunkanbieter. Der Teilnehmer registriert sich, wie Hannes Ametsreiter, Marketingvorstand der Mobilkom erläutert, auf der Website http://www.m-parking.at bzw. per SMS. A1-Kunden oder "paybox"-Benützer können auch einfach ein SMS an eine A1-Servicenummer schicken.

Der "Park-Sheriff" schließlich überprüft per GPRS

Bei der Registrierung über Homepage werden Telefonnummer, Kreditkartennummer und Kfz-Kennzeichen bekannt gegeben. Bei Registrierung via paybox reicht das Kfz-Kennzeichen. Das Aufladen der Parkscheinkonten erfolgt über Internet bzw. SMS. Nach Registrierung und Aufladung können Parkscheine per SMS gebucht werden, der Parker erhält eine Bestätigungsnachricht. Zehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit erhält der Autolenker zudem eine elektronische Erinnerung. Der "Park-Sheriff" schließlich überprüft per GPRS, ob für ein Auto ein Parkschein bezahlt wurde.

In dem Versuch, so Rieder, sollen einerseits Fragen der Sicherheit für die Kunden und andererseits der Abwicklung der Parkraumüberwachung geklärt werden. "Ich glaube, dass es nach den drei Monaten eine klare Entscheidung geben wird", so Rieder. Für eine geraume Zeit erwartet sich Rieder, dass das alte und neue System nebeneinander existieren werden.

Kosten

Die Kosten des Projektes betragen laut Rieder für die Stadt Wien rund 600.000 Euro pro Jahr. Die Gesamtprojektkosten für drei Jahre sollen sich auf rund 4 Mill. Euro belaufen. "Wir gehen davon aus, dass sich die Stadt Wien mittel- bis längerfristig Kosten erspart", so Rieder, denn die Verwaltungskosteneinsparung sei höher als der Mehraufwand für die Aufrüstung. Insgesamt gebe es auch für den Benützer eine Kostenerleichterung. "Ich denke, dass es eine zukunftsorientierte Entscheidung ist", so Rieder.

Ein ähnliches System

Laut Mobilkom Austria-Generaldirektor Boris Nemsic wurde in Kroatien bereits ein ähnliches System ausprobiert: Innerhalb von einem Jahr seien 40 Prozent der Parkscheine über ein Mobilfunk-System bezahlt worden. Albert Hochleitner, Generaldirektor Siemens AG Österreich, betonte die "innovative Wirkung" des Projektes. Er sprach von einer "wirklich interessanten Lösung" mit Kundennutzen, die Nachfolger finden werde. Die Anwendung des Handys als Zahlungsmittel im "M-Parking" sei erst der Anfang. (APA)

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    foto: standard/cremer
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