Vorsicht vor Kuscheltieren

7. Oktober 2002, 14:07
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"Öko-Test" warnt vor giftigen zinnorganischen Verbindungen - Einige Produkte als "richtige Schadstoffbomben" eingestuft

Frankfurt/Main - Viele Kuscheltiere sind einer Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test" zufolge mit Giftstoffen belastet. Das Magazin berichtet in seinem Ratgeber "Kleinkinder", im Fell von untersuchten Plüschtieren seien giftige zinnorganische Verbindungen, Farben, die Allergien auslösen können, und gesundheitsschädliche Flammschutzmittel entdeckt worden. Die von der Zeitschrift beauftragten Wissenschafter untersuchten 20 Produkte, sieben erhielten die Bestnote "sehr gut", ein weiteres ein "Gut". Vier Kuscheltiere wurden hingegen als "richtige Schadstoffbomben" eingestuft. Giftstoffe in Spielzeug seien so gefährlich, weil Kinder die Plüschtiere auch in den Mund nehmen.

Zinnorganische Verbindungen

Die Ergebnisse der Untersuchung von "Öko-Test" im Detail: In sieben Tieren hätten sich zinnorganische Verbindungen befunden. Spitzenreiter sei der Käthe Kruse Bär Honig gewesen, der nicht nur als einziger giftige Tributylzinn-Verbindungen enthielt, sondern zusätzlich hohe Mengen an Dibutylzinn. Auch der Steiff Molly Teddy und der Ikea-Bär Brummig würden große Mengen Dibutylzinn aufweisen. Nicht ganz so viel stecke in Felix dem Hasen vom Coppenrath Verlag, der Pokemon-Figur Pikachu von Hasbro, dem schwarzen Schaf von Sigikid und dem Türwächter Frosch Otto der Firma Nici.

"Allergisierende Dispersionsfarben" stecken laut "Öko-Test" in fünf Knuddelfiguren: in der Maus mit Herz aus der Sendung mit der Maus, der Janosch Tigerente, der Diddl-Maus, dem Bären Winnie the Pooh und dem Bären mit Karoschal der Firma Heunec. Halogenorganische Verbindungen hätten vier Kuscheltiere enthalten. Wahrscheinlich dienten sie als Flammschutz: "Das Schwarze Schaf von Sigikid ist so stark ausgerüstet, dass das Fell nur noch schmilzt, andere zündeln ein wenig und glimmen lange", hieß es.

Optische Aufheller, die in zwei Produkten steckten, seien eine unnötige Zugabe. Ihre Herstellung ist sehr aufwendig, später belasteten sie die Umwelt, weil sie kaum abgebaut werden könnten. Antimon wurde in zwei Kuscheltieren nachgewiesen. Vermutlich stamme es aus der Polyesterfüllung. Antimonverbindungen belasten das Abwasser. Alle Kuscheltiere waren schweiß- und speichelecht. Keines der Produkte enthielt verschluckbaren Kleinteile. (APA)

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