Großrazzia gegen die Haschhändler

7. Oktober 2002, 13:58
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Am Samstag sorgte ein Großeinsatz der Polizei bei der Station Kettenbrückengasse für Aufsehen

Wien - Das Innenministerium hat seit Ende des Sommers die Gangart in der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels sichtbar verschärft. In Graz wurde eine Drogen-Sonderkommission eingerichtet, in Wien werden in kurzen Zeitabständen Großrazzien durchgeführt. Am vergangenen Samstag sorgte ein derartiger Einsatz am Wiener Naschmarkt für einiges Aufsehen.

180 Beamte der Kriminalpolizei und der uniformierten Polizei waren im Bereich der U-Bahn-Station Kettenbrückengasse im Einsatz. Es gab mehrere Anzeigen, es wurden psychotrope Substanzen und weiche Drogen - Tabletten und Haschisch - sichergestellt.

"Die Aktion war sehr erfolgreich. Wir wollen damit die Drogenszene in Bewegung bringen", sagt der neue Leiter des Wiener Kriminalamtes, Roland Horngacher. Es soll analysiert werden, welche Verteilungsmechanismen und Strukturen die Drogendealer haben und welche Konsumenten das Suchtgift kaufen. Mit diesen Erfahrungen soll Sand ins logistische Getriebe der Dealer gebracht werden. "Wir wollen einen Überblick über die offene Drogenszene", so Horngacher.

Besonders schwarzafrikanische Tätergruppen würden massiv und organisiert auftreten. Sie seien auf solche Polizeiaktionen trainiert, erläuterte der Wiener Kripochef. "Hintergrund dieses Einsatzes ist die steigende Drogenproblematik in den inneren Bezirken", so Horngacher. Zudem würden die Personen, die das Suchtgift verkaufen, ein aggressives Verhalten an den Tag legen. "Und gerade bei Umschlagplätzen wie dem Karlsplatz ist zum Beispiel eine Schule und ein Kinderspielplatz in der Nähe. Und die Kinder müssen an den Dealern vorbei." Es werde nicht bei einzelnen Aktion bleiben. (red, APA; DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2002)

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